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der Volksstämme in Special- und geographischen Abhandlungen
niedergelegt.
Die ersten Versuche, die ethnographischen Verhältnisse einer
Piovinz kartographisch und übersichtlich darzustellen, rühren von
Csaplowics aus dem Jahre 1828 her, der ein diessbezügliches Kärt
chen seinem zweibändigen Werke „Gemälde von Ungarn“ zulegte.
Aus derselben Zeit datiren: Bernardis deutsche Sprachkarte
und Safarlik’s ethnographische Darstellung der grossen slavischen
Volker-Familie, aus dem Jahre 1848: Häufler’s Sprachenkarte der
österreichischen Monarchie und aus dem Jahre 1849: A. Fröhlich’s
Sprachenkarte des österreichischen Kaiserstaates.
Das statistische Materiale für die ethnographische Karte des
Kaiserstaats, die von der Direction der administrativen Statistik
herausgegeben wurde, war schon 1840 gesammelt, musste aber
später durch mühevolle Untersuchungen ergänzt werden.
Die Volkszählung 1851 lieferte sodann die endgiltige Basis fin
den Entwurf der Karte von Oesterreich. Die vom Freiherrn v. Czoer-
nig und Häufler gesammelten Daten wurden auf 30G Special-Karten-
Blätter aufgetragen, sodann durch Major Scheda 1855 auf 4 Blättern
zusammengezogen und entworfen. Die Karte ist im Farbendruck
durchgeführt und enthält über 2000 Inselgruppen. Dieselbe Karte
wurde durch Dollezal auf 1 Blatt reducirt und erschien im Farben-
Druck 1856.
lüi militäiische Zwecke .besteht eine ethnographische Ergän-
zungsbezirks-Karte, welche das approximative Verhältniss der Natio
nalitäten zu einander in jeder einzelnen Ortschaft zum Ausdrucke
bringt.
Obgleich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von ein
zelnen Küstenpuncten Streckenaufnahmen, ferner die Seekarten
Schrämbel’s ohne Sond-Angaben existirten, so bediente sich die
österreichische Marine im Jahre 1771 der französischen Carte
hydrografique vom Ingenieur Bellini im Maassstabe 1:1,360.000 und
der Carte reduite de la mer mediterranee von demselben mit sehr
spärlichen Sond-Angaben, im Jahre 1784 der „Carta marittima del
golfo di \ enezia, 1:57.000“, später jener von Capitän Gaultier vom