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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Im verflossenen ebenso wie im Beginne dieses Jahrhunderts 
wurden in Erd- und Himmelskarten vorherrschend die Erzeugnisse 
des Auslandes benützt und nur aus dem Jahre 1794 finden wir den 
Entwurf der nördlichen und südlichen Halbkugel der Erde von Ecker 
im Maassstabe 1:36,000.000 auf dem Horizont von Wien stereo 
graphisch entworfen. Artaria & Comp, und Tranquiflo Mollo, Kunst 
händler zu Wien, hatten die Veröffentlichung der Sternkarten besorgt. 
F. Pinter construirte 1807 Himmels-Halbkugeln, ebenso 
versuchte Max Freiherr v. Liechtenstein die Darstellung des Sonnen 
systems. 
Oberlieutenant Letany veröffentlichte 1834 die kartographischen 
Meridional-Streifen für einen 9zölligen Globus, die er nach astrono 
mischen und trigonometrischen Bestimmungen entwarf. 
Eine Sternkarte in einem Blatte veröffentlichte J. Bartak im 
Jahre 1827. 
Unter der Direction des Directors der kais. Sternwarte zu Wien 
J. J. Littrow wurde vom Hofkammer-Beamten Albert Richard im 
Jahre 1832 eine Mondkarte herausgegeben, welche von der 
Naturforscher-Versammlung zu Wien in demselben Jahre ehrenvoll 
aufgenommen worden war. 
Die wichtigste und bedeutendste Leistung auf diesem Gebiete 
bildet J. J. v. Littrow’s Atlas des gestirnten Himmels, in 10 Blättern 
aus dem Jahre 1839, die seinem Werke die „Wunder des Himmels“ 
zugelegt wurden. 
Der gegenwärtige Director der Sternwarte *) Herr C. v. Littrow 
versuchte in einer späteren Auflage dieses Werkes das erste Mal die 
Sternengrösse nicht nach conventioneller Bezeichnung, sondern nach 
reellen photometrischen Helligkeiten darzustellen**). 
Bemerkenswert bleibt auch die 1849 von Riedl - Leuenstern 
entworfene Mondkugel für den Durchmesser von 9 Zoll. 
*) Bis zum Jahre 1753 bestand zu Wien das Observatorium des 
Mathematikers Johann Jakob Marinoni. Nach seinem Tode übergingen die 
astronomischen Instrumente an das Jesuiten-CoUegium, das sich gegenüber 
der gegenwärtigen Universität befand. — 1773 wurde durch Maria Theresia 
die Sternwarte gegründet. 
**) Nach den freundlichen Mittheilungen des Herrn Directors Littrow 
und Herrn Professor Weiss.
	        
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