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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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J. HaswelTs Gestell für achträdrige Wagen (1858) beruht auf 
einer zwischen der Constructions-Verbindung von Kasten und dem 
einen Gestell angebrachten Aufruhkugel, welche stets die gleiche 
horizontale Lage des Kastens erlaubt. Auf den Seitentheilen des 
zweiten Gestells sind Aufruhbacken, welche die andere Hälfte der 
Wagenlast tragen, die also auf drei Puncten ruht. 
C. Kamper proponirt (1864) die Verminderung der Keibung 
und dadurch des Zugswiderstandes durch Verdopplung der Achsen, 
über einander angebracht, wobei die möglichst grossen Räder der 
obern Achsen auf denen der untern rollen, so dass der grösste Theil 
der Reibung in eine rollende übergeführt und die Lagergehäuse blos 
zur Führung oder Mitnahme dienen. 
Die wichtige Erfindung der Schnecken- oder Spiralfedern (Volut- 
federn) verdanken wir J. Baillie*), patentirt wurden sie 1847. 
Erst nachdem diese Erfindung in Oesterreich grosse Anwendung 
gefunden hatte, führte man sie im Auslande, namentlich in England 
ein. Diese Federn dienen als Stoss-, Zug- und Tragfedern an allen 
Fahrbetriebsmitteln; im Seedienst werden sie zur Verminderung des 
Stosses beim Ankerwerfen in die Ankertaue eingeschaltet, man 
benützte sie zu Sicherheits- u. a. Ventilen, Drehscheiben und vielen 
andern Zwecken. Ihre Einfachheit und Billigkeit, die Möglichkeit, 
in kleinem Raume grossen Druck bis 50 Centner bei entsprechender 
Elasticität zu erzielen, ihre Dauer und leichte Auswechslung sind 
eben so viele Vorzüge. Als Tragfedern eignen sie sich in hinreichen 
dem Grade wohl nur für Lastwagen, da ihr schnelles kurzes Spiel 
das erforderliche sanfte Ausgleichen der Stösse vermissen lässt. 
Anfangs wickelte man sie aus einem schief abgeschnitten recht 
eckigen gleichdicken Stahlbleche, später (Patent von 1858) Ress man 
die Dicke gegen beide Enden hin abnehmen, und erzielte dadurch 
grössere Elasticität, Empfindlichkeit und gleichmässigeres Spiel. 
P. Fink’s Spiralfedern (1860) beruhen auf dem Princip eines 
Körpers von gleichem Widerstande, und ist hiefür die Blatthöhe dem 
Halbmesser proportional. Diess bedingt ein Blatt von parabolischer 
*) Geboren zu Newcastle on Tyne 1806, nach Oesterreich gekommen 
1836, daselbst nationalisirt, gestorben 1859 zu Wien.
	        
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