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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Gestaltungen vielfach allgemeiner Anwendung würdig befunden 
worden. 
Das locale Verkehrswesen in Städten, auf Massentransport 
berechnet, hat der verhältnissmässig geringen Ausdehnung unserer 
Hauptstädte wegen erst in neuester Zeit Beachtung gefunden. 
Strassen-Locomotive wurden jedoch schon 1822 dem B. Neshoda, 
1823 andere in Form von fest auf Wagen angebrachten Dampf- 
Maschinen dem Graf Bressler patentirt, Dampf - Omnibusse 1840 
durch Marquardt und Fink in Oesterreich zuerst in Anregung 
gebracht. 
Auf Transport von Briefen und Packeten nahm J. Bitter v. Ho- 
henblum 1835 ein Patent, indem er selben mittelst Wasser- oder 
Luftdruck in Köhren bewerkstelligen wollte. Der berühmte F. A. v. 
Gerstner patentirte 1822 ein System von Seilbahnen, um mittelst 
stehenden Dampfmaschinen durch Seile Lasten auf Holz- oder Metall- 
Bahnen zu befördern; A. Burg & Sohn 1824 ein Velocipede, K. Krau 
terer 1825 eine endlose Eisenbahn, indem der Dampfwagen in 
bekannter Weise den Schienenweg selbst legte. Patente auf Details: 
Liebelt 1821 auf geschlossene Achsbüchsen, Heindörfer & Spiering 
1844 auf eiserne Wagen; endlich Verbesserungen durch Bollinger, 
Geggenberger, Moser und Bastler; anderer Erfindungen, minder 
historischen oder praktischen Wertes, nicht zu gedenken. 
Zur Schifffahrt gaben unsere Küsten und noch mehr unsere 
zahlreichen Ströme und Flüsse Gelegenheit. Die Befahrung letzterer 
durch Flösse und Schiffe aller Art, hauptsächlich zum Transport 
grosser Massen von Brenn-, Bau- und Werkholz, welches erstere 
auch bis zum heutigen Tage mit Nutzbarmachung der Seen, durch 
welche sich Flüsse ergiessen, geschwemmt wird, bildet seit Jahr 
hunderten einen bedeutenden Handelszweig. Die Einführung des 
Dampfes in die Strom-Schifffahrt blieb im Grossen aus dem Grunde 
verhältnissmässig zurück, weil die Handelsrichtung fast überall mit 
dem Gefälle der Flüsse zusammenfiel und sich der billige Transport- 
Satz mit der Natur der verschifften Güter wohl vertrug. 
Für die Schifffahrt am Meere erhielt zuerst Allen 1817 ein 
lSjähriges Privilegium für die Linie Triest-Venedig.
	        
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