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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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1819 erhielten Anton Bernhard und Chev. S. Leon Patente auf 
Verbesserungen, 1820 Graf Lambertenghi desgleichen, 1822 paten- 
tirten M. Müller und G. Sockel ihr Flossen-Wasserrad, bestehend in 
einer Welle mit schiefen Schaufeln, drehbar in der Richtung des 
Schraubenganges; ferner J. Fichtner einen beweglichen Rost mit 
gleichförmiger Beschickung für Schiffskessel 1823 Fr. v. Girard einen 
Schiffskessel, bestehend aus Röhren-Systemen; 1824 A. Löbersorger 
seine Kettenschifffahrt mit Anwendung einer über Rollen längs des 
Flusses ausgespannten endlosen Kette. 
A. Sebastianutti erfand 1829 Räder, deren Schaufeln stets senk 
recht in’s Wasser tauchten, E. Aigner 1830 ein Schiff, das durch 
Wasserdruck bewegt wurde, indem eine Dampfmaschine am Vorder 
teile Wasser saugte, welches hinten ausgestossen wurde. 
Seither sind noch zahlreiche Variationen ähnlicher und neuer 
Ideen an Schiffsmaschinen und Schiffbau-Details zu Tage getreten, 
die aber in ihrer Tragweite nicht an die Ressel’sche Erfindung hin 
anreichen und einer eigenen Special-Geschichtsschreibung überlassen 
bleiben müssen. 
Selbst in dem heute noch offenen Gebiete der Luftschifffahrt 
machte sich frühzeitig ein Ringen nach Lösung dieses Problems 
geltend — wenn auch wie alle gleichen Bestrebungen hierin ohne 
Resultat. Jacob Degen machte im Beginn dieses Jahrhunderts Pro 
ben mit seinem Luftschiffe und flog mehrmals in Wien und Paris, da 
in Gegenwart Blanchard’s auf. J. Kneczaurek patentirte 1824 eine 
Flugmaschine mit elastischen drehbaren Flügeln, noch Andere wagten 
sich vielfach vergebens an die, wie es scheint, unlösbare Frage. 
Diess ist in engstem Rahmen die Skizze der Thätigkeit Oester 
reichs auf dem Gebiete des Verkehrswesens und mag als das Gerippe 
einer vollständigen auszuführenden Geschichte der österreichischen 
Verkehrs-Technik, die eben bisher noch nicht existirt, betrachtet 
werden. 
Emil Tilp. 
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