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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Wenn auch die von ihm entwickelten Gründe für diese seine Behaup 
tung ganz sichere, nicht zu leugnende waren, so mussten doch wieder 
die Beobachtungen, die wirklichen Messungen auf der Erdoberfläche 
seinen Lehren zur vollen Rechtskraft verhelfen. Diese letzteren Beob 
achtungen dienten, entsprechend angeordnet, auch zur Bestimmung 
der Figur und der Grösse der Erde. Zur Erreichung dieses Zweckes 
wurden nun hauptsächlich von den Franzosen und Engländern im 
17. und 18. Jahrhunderte die grossartigstenGradmessungs-Arbeiten 
durchgeführt, welche nicht nur an die Theorie, sondern auch an die 
vollendete Ausführung der astronomischen und geodätischen Instru 
mente die höchsten Anforderungen stellten. 
Wenn demnach in den genannten Jahrhunderten nur in England 
und Frankreich das für diese Zeit Vollendete im Baue der Instru 
mente zu finden ist, so wird dieses den Leser weniger befremden. 
Erst am Ende des vergangenen Jahrhunderts machte sich 
Deutschland, am Anfänge dieses Jahrhunderts unser Oesterreich 
unabhängig von den Leistungen des Auslandes. 
ln Deutschland sind es die eminenten, nie hoch genug anzu 
schlagenden Leistungen von Reichenbach (1772 — 1826) und von 
Fraunhofer (1787 — 1826), erstere hauptsächlich im mechanischen, 
letztere im optischen Theile, Leistungen, welche die Namen dieser 
Männer mit der Geschichte der Wissenschaft auf s Innigste v er- 
binden muss. 
Reichenbach gründete, nachdem er aus der gemeinschaftlich 
mit Utzschneider geleiteten optisch-mechanischen Anstalt in München 
getreten war, im Jahre 1804 sein eigenes mechanisches Institut. 
Fraunhofer trat bei Utzschneider zuerst als Gehilfe ein; er und 
Guinawd waren die Hauptarbeiter dieser berühmten Anstalt. Im 
December 1817 gelang es Fraunhofer, die am Refractor zu Dorpat 
befindliche Flintglas-Linse, somit das erste bedeutende achromatische 
Objectiv von 9 Pariser Zoll Oeffhung und 14 Fuss Brennweite zu 
Stande zu bringen, das einzige grosse Werk von seiner eigenen Hand. 
Wir mussten diese Namen nennen, denn der Aufschwung im Baue 
der geodätischen und astronomischen Instrumente in unserem Vater 
lande ist mit denselben auf das Engste verknüpft; ihre Institute waren
	        
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