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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Gestattete der erste derartige Apparat, von Lenoir in Paris im 
Jahre 1792 angefertigt, eine Genauigkeit von l / lie Lillie < der fast 
gleichzeitig von Pictet construirte eine von Vooo ^inie, jener von 
Kater im Jahre 1818 in London gebaute bereits eine von Visoo Pinie, 
so wird man gewiss staunen müssen, wenn der von Voigtländer con 
struirte Comparator bereits eine Genauigkeit beim Vergleiche zweier 
Maasse bis auf V 2000 einer Linie zuliess. Der eigentliche Wert 
dieses Comparators tritt aber noch mehr hervor, wenn man weiss, 
dass die gesetzliche Länge der Wiener Klafter von Linie zu Linie 
getheilt, und dass diese Theilung noch um 3 Zolle weiter fortgesetzt 
ist- ferner, dass durch die mühsamen zwei Jahre hindurch währenden 
Untersuchungen Stampfers*) (1792-1864) über die Genauigkeit 
der Theilung die Theüungs-Fehler von 72 Puncten bestimmt wurden, 
eine Arbeit, die zu ihrer Lösung nicht weniger als 30.000 Einstellun 
gen mit dem Mikroskope forderte. Die gefundenen Theilungs-Fehler 
geben aber auch wieder dem Künstler, welcher die Theilung ausführte, 
*) Simon Stampfer wurde am 28. October 1792 zu Wmdisch-Mattrai in 
Tirol geboren. Als Hirtenknabe im Dienste fremder Personen stehend, 
konnte C an einen Schul-Ünterrieht nicht gedacht werden. Irn 11. Lebensjahre 
gelang es ihm endlich, die Schule besuchen zu können; seine an den Tag 
belegten Fähigkeiten schufen ihm in dem Orts-Seelsorger, Dechant Georg 
Brandstätter, einen warmen Gönner, welcher es ihm auch ermöglichte, die 
Lehranstalt in Lienz zu besuchen. Nach zwei Jahren ging er nach Salzburg, 
absolvirte daselbst von 1806 bis 1813 die Gymnasial-Studien und die beiden 
philosophischen Curse mit Auszeichnung. Sein Ziel, das Lehramt, hielt 
unverrückbar vor Augen. Im Jahre 1814 unterzog sich Stampfer der Lehr 
amts-Prüfung vor der k. Prüfungs-Commission in München (Salzburg war 
damals unter bairischer Herrschaft). Stampfer wurde 1816 aupphrender 
Lehrer der Mathematik, Naturgeschichte, Physik um1 gnec'huschen Spra h 
am k k Gymnasium, so wie der Elementar-Mathematik, PhysiK una aer 
angewandten Mathematik am k. k. Lyceum zu Salzburg und fSlö ordent 
licher österreichischer Professor der reinen Elementar-Mathematik an Lt 
genannter Anstalt. Durch allerh. Entschhessung vom 22 December 1825 
wurde Stampfer Professor der praktischen Geometrie am k- k- PO^chm- 
echen Institute zu Wien, in welcher Stellung Stampfer bis zum Jahre 1848 fu 
die Wissenschaft so segensreich wirkte; seine körperlichen Leiden haupt 
sächlich seine Schwerhörigkeit, mögen wohl die einzige Ursaches,T«er\ 
setzung in den Ruhestand gewesen sein. Im Jahre 1847 wurde Stampfe 
wirkliches Mitglied der erst gegründeten kaiserlichen Akademie der W issen 
rchSen und 1849 verlieh ihnfse. Majestät der Kaiser das Ritterkreuz Seines 
Leopold-Ordens. Das Jahr 1850 brachte ihm schwere Prüfungen, der To 
Ä ihm in rascher Folge den hoffnungsvollen Erben seines F eis es und 
Talentes seinen Sohn und eine Tochter; sechs Jahre spater verlor er d 
Gefährtin seines Lebens und am 7. November 1864 von einem Schlagüusse 
getroffen, starb er drei Tage später.
	        
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