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Volltext: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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ihm von seiner Vaterstadt gebotenen Unterrichtsmittel das geworden, 
was er war, ein vollendeter Künstler seines Faches. 
Wer kennt nicht Plössl’s Feldstecher, jene handsamen Fern- 
Robre mit den verschiedene Vergrösserungen darbietenden Ocularen, 
welche Instrumente im Jahre 1830 der Oeffeiitlichkeit übergeben 
wurden und welche die ähnlichen Instrumente der englischen Optiker 
Gregory, Wright, Ramsden, Dollod nicht nur in der Vollkommen 
heit der erzeugten Bilder erreichten, sondern auch noch manche andere 
Vortheile boten. 
Ein anderer Optiker Wiens, Zeitgenosse Plössl’s, nämlich 
Schweiger verfertigte ebenfalls Feldstecher. 
Der Glanzpunct der Leistungen Plössl’s auf dem Gebiete der 
Optik wird immer die erste gelungene Ausführung des dialytischen 
Fernrohres bleiben; die Herstellung grösserer achromatischer Objec- 
tive scheiterte zumeist an der Unmöglichkeit, das Flintglas in den 
geforderten Stücken vollkommen rein zu erhalten. Es würden daher 
zur Behebung dieses Uebelstandes, um dabei aber doch die Bedingung 
des Achromatismus zu erfüllen, verschiedene Vorschläge gemacht, 
welche alle dahin zielten, die Flintglas-Linse von der Kronglas-Linse 
in einer gewissen Entfernung im Innern des Rohres anzubringen, 
wodurch selbe kleiner gemacht werden könnte. J. v. Littrow’s*) 
(1781 — 1840) Untersuchungen über diesen Gegenstand (1827) 
ergaben aber, dass zur Erreichung des gewünschten Zweckes das Kron- 
glas von grösserem Brechungs- oder vom geringeren Zerstreuungs- 
Vermögen oder aber das Flintglas von geringerem Brechungs- oder 
*) Josef Johann Littrow wurde am 13. März 1781 zu Bischof-Teinitz in 
Böhmen geboren. Der Tag seiner Geburt ist auch dadurch merkwürdig 
geworden, dass mit demselben Tage, ja fast mit der Stunde der berühmte 
Herschel das Licht eines neuen Planeten, des Uranus, sah. Den ersten 
Schul-Unterricht genoss der schwächliche Knabe in seinem Geburtsorte; er 
studirte in Prag die lateinischen Schulen und begann daselbst im Jahre 1798 
die philosophischen Studien. Mathematik und griechische Philologie waren 
jene Disciplinen, welche ihn vor Allem fesselten. Später ging sein Streben 
dahin, sich so viel Wissen als möglich zu erwerben und so finden wir Littrow 
mit juridischen, medicinischen, ja selbst theologischen Studien beschäftigt. 
Von 1802 bis 1807 war er Erzieher der beiden Grafen Renard, in welcher 
Zeit die Mussestunden der Mathematik, Astronomie und schönen Literatur 
gewidmet waren. 
Im Jahre 1807 wurde er zum Professor der Astronomie an der Kra 
kauer Universität ernannt.
	        
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