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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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hatte sich verpflichtet, der mathematischen Werkstätte ausser den zur 
Herstellung der Instrumente nötigen Yorbereitungs-Maschinen auch 
vollkommenere Theilmaschinen und Zeichnungen, nach welch’ letzteren 
die Instrumente ausgeführt werden sollten, zu liefern. Im Jahre 1820 
übergab Eeichenbach der Instituts-Werkstätte die grosse Theil- 
Maschine von 4 Fuss Durchmesser, auf welcher Kreise bis 3 Fuss 
Durchmesser bis auf 1 Secunde getheilt werden können, jenes W erk, 
welches bis heute nur von sehr wenigen ähnlichen Werken der Neu 
zeit an Vollkommenheit erreicht wird. 
Im October 1819 traf der Werkmeister des Reichenbach’schen 
Institutes, Ertel, mit drei vorzüglichen Arbeitern in Wien ein, um 
nun im Vereine mit inländischen Kräften die ersten grösseren Werke 
zu beginnen; es war diess ein lSzölliger astronomischer Multiplica- 
tions-Kreis und ein 12zölliger repetirender Theodolith; erstem kam 
an die k. k. Universitäts - Sternwarte, letzterer an den General- 
Quartiermeister-Stab. 
Nachdem Keichenbach im Vereine mit Ertel durch die Vollen 
dung der ausgezeichneten Präcisions-Instrumente die vollkommene 
Leistungsfähigkeit der Werkstätte erwiesen hatte, konnte er dieselbe 
mit dem Bewusstsein verlassen, dass eine gute Leitung diese Anstalt 
zu erstem Range führen könne. 
Der im Jahre 1821 ernannte Leiter der astronomischen Werk 
stätte, Jaworsky, stand derselben nur kurze Zeit vor. Mehrere 12- 
und 8zöllige Theodolithe sind unter ihm vollendet worden. 
In demselben Jahre trat auch Georg Christof Starke*) 
(1794 —1865) als Mechaniker in die Werkstätte ein; schon unter 
Jaworsky war er anerkannt die Seele der Anstalt und es war daher 
auch ganz gerechtfertigt, nach dem Tode Jaworsky’s ihm die leitende 
Werkmeister-Stelle zu verleihen, eine Stelle, die Christof Starke mit 
*1 Georg Christof Starke, geboren 15. Februar 1794 zu Mühlhausen in 
Thüringen, absolvirte daselbst das Gymnasium und wurde 1810 als Lehr 
ling in das optische Institut Utzschneider & Fraunhofer aufgenommen, im 
Jahre 1821 kam Starke nach Wien, arbeitete kurze Zeit bei Sadtler und 
trat noch im selben Jahre als Mechaniker in die Werkstätte des k. k. poly 
technischen Institutes ein. Nach Jaworsky’s Tode wurde^Starke Leiter dieser 
Anstalt, der er bis 1865 Vorstand; eine Lungen-Entzündung machte seinem 
Leben am 5. Februar genannten Jahres ein Ende.
	        
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