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hatte sich verpflichtet, der mathematischen Werkstätte ausser den zur
Herstellung der Instrumente nötigen Yorbereitungs-Maschinen auch
vollkommenere Theilmaschinen und Zeichnungen, nach welch’ letzteren
die Instrumente ausgeführt werden sollten, zu liefern. Im Jahre 1820
übergab Eeichenbach der Instituts-Werkstätte die grosse Theil-
Maschine von 4 Fuss Durchmesser, auf welcher Kreise bis 3 Fuss
Durchmesser bis auf 1 Secunde getheilt werden können, jenes W erk,
welches bis heute nur von sehr wenigen ähnlichen Werken der Neu
zeit an Vollkommenheit erreicht wird.
Im October 1819 traf der Werkmeister des Reichenbach’schen
Institutes, Ertel, mit drei vorzüglichen Arbeitern in Wien ein, um
nun im Vereine mit inländischen Kräften die ersten grösseren Werke
zu beginnen; es war diess ein lSzölliger astronomischer Multiplica-
tions-Kreis und ein 12zölliger repetirender Theodolith; erstem kam
an die k. k. Universitäts - Sternwarte, letzterer an den General-
Quartiermeister-Stab.
Nachdem Keichenbach im Vereine mit Ertel durch die Vollen
dung der ausgezeichneten Präcisions-Instrumente die vollkommene
Leistungsfähigkeit der Werkstätte erwiesen hatte, konnte er dieselbe
mit dem Bewusstsein verlassen, dass eine gute Leitung diese Anstalt
zu erstem Range führen könne.
Der im Jahre 1821 ernannte Leiter der astronomischen Werk
stätte, Jaworsky, stand derselben nur kurze Zeit vor. Mehrere 12-
und 8zöllige Theodolithe sind unter ihm vollendet worden.
In demselben Jahre trat auch Georg Christof Starke*)
(1794 —1865) als Mechaniker in die Werkstätte ein; schon unter
Jaworsky war er anerkannt die Seele der Anstalt und es war daher
auch ganz gerechtfertigt, nach dem Tode Jaworsky’s ihm die leitende
Werkmeister-Stelle zu verleihen, eine Stelle, die Christof Starke mit
*1 Georg Christof Starke, geboren 15. Februar 1794 zu Mühlhausen in
Thüringen, absolvirte daselbst das Gymnasium und wurde 1810 als Lehr
ling in das optische Institut Utzschneider & Fraunhofer aufgenommen, im
Jahre 1821 kam Starke nach Wien, arbeitete kurze Zeit bei Sadtler und
trat noch im selben Jahre als Mechaniker in die Werkstätte des k. k. poly
technischen Institutes ein. Nach Jaworsky’s Tode wurde^Starke Leiter dieser
Anstalt, der er bis 1865 Vorstand; eine Lungen-Entzündung machte seinem
Leben am 5. Februar genannten Jahres ein Ende.