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andern deutschen Mikroskop-Verfertiger den optischen Theil dieser
Instrumente in einer Weise vervollkommnet, dass letztere lange
Zeit als Vorbilder galten und theilweise noch gelten.
Es ist schwer Plössl’s Bedeutung als Mikroskop-Verfertiger in
einigen Zeilen zu schildern, denn die Geschichte dieses Instrumentes
hat sein Verdienst fast auf jedes ihrer Blätter geschrieben.
Die Loupe hat Plössl zur grössten Vollkommenheit gebracht;
denn er war der erste, welcher sie mit achromatischen Linsen versah,
wodurch sie zu grösseren optischen Leistungen angespannt werden
konnte. Dem einfachen, zum Präpariren mikroskopischer Objecte
dienlichen Mikroskope wusste er durch zweckmässige Construetion
des Stativs einen Grad von Handsamkeit und durch Anwendung
achromatischer Linsen einen optischen Wert zu verleihen, dass man
es gleich beim Erscheinen als das Beste anerkannte, was bis dahin in
dieser Beziehung geleistet wurde; und auch heute noch dient es als
Vorbild für derartige Apparate. Dem für wissenschaftliche Zwecke
ziemlich untergeordneten Bild - Mikroskope schenkte Plössl wenig
Beachtung und eoncentrirte seine Thätigkeit als Mikroskop-Ver
fertiger auf das zusammengesetzte Mikroskop, welches gegenwärtig
fast ausschliesslich zu wissenschaftlichen Untersuchungen dient. Er
vervollkommnete durch zweckmässige Combinirung achromatischei
Doppel-Linsen die Objective, erfand die aplanatischen Oculare, con-
struirte (1843) das erste und noch immer unübertroffene (zum Prä
pariren dienliche, aufrechte Bilder liefernde zusammengesetzte Mikro
skop) pankratische Dissections-Mikroskop*). Als Ocular diente das
terrestrische Fernrohr. Bei Construetion dieses Instrumentes brachte
Plössl, den Kunstgriffen der zeitgenössischen Optiker entgegen, das
Ocular — ohne die Lichtstärke der Bilder zu stören — zu einer bis
dahin nicht gekannten Leistung. Brewster’s Idee, statt Glas, stark
lichtbrechende Edelsteine als Materiale für Objectiv-Linsen zu ver
wenden, griff er lebhaft auf, und er scheute keine Mühe, bis es ihm
*) Im Beginne seiner Laufbahn hatte Plössl in Jacquin einen ebenso
eifrigen als geistvollen Berather. Später wurde er durch Unger, Fenzi u._A
in seiner Unternehmung vielfach angeregt and unterstützt; namentlich sin
des Letzteren Verdienste um das Zustandekommen des pankratischen nis-
seetions-Mikroskopes nicht zu vergessen.