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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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andern deutschen Mikroskop-Verfertiger den optischen Theil dieser 
Instrumente in einer Weise vervollkommnet, dass letztere lange 
Zeit als Vorbilder galten und theilweise noch gelten. 
Es ist schwer Plössl’s Bedeutung als Mikroskop-Verfertiger in 
einigen Zeilen zu schildern, denn die Geschichte dieses Instrumentes 
hat sein Verdienst fast auf jedes ihrer Blätter geschrieben. 
Die Loupe hat Plössl zur grössten Vollkommenheit gebracht; 
denn er war der erste, welcher sie mit achromatischen Linsen versah, 
wodurch sie zu grösseren optischen Leistungen angespannt werden 
konnte. Dem einfachen, zum Präpariren mikroskopischer Objecte 
dienlichen Mikroskope wusste er durch zweckmässige Construetion 
des Stativs einen Grad von Handsamkeit und durch Anwendung 
achromatischer Linsen einen optischen Wert zu verleihen, dass man 
es gleich beim Erscheinen als das Beste anerkannte, was bis dahin in 
dieser Beziehung geleistet wurde; und auch heute noch dient es als 
Vorbild für derartige Apparate. Dem für wissenschaftliche Zwecke 
ziemlich untergeordneten Bild - Mikroskope schenkte Plössl wenig 
Beachtung und eoncentrirte seine Thätigkeit als Mikroskop-Ver 
fertiger auf das zusammengesetzte Mikroskop, welches gegenwärtig 
fast ausschliesslich zu wissenschaftlichen Untersuchungen dient. Er 
vervollkommnete durch zweckmässige Combinirung achromatischei 
Doppel-Linsen die Objective, erfand die aplanatischen Oculare, con- 
struirte (1843) das erste und noch immer unübertroffene (zum Prä 
pariren dienliche, aufrechte Bilder liefernde zusammengesetzte Mikro 
skop) pankratische Dissections-Mikroskop*). Als Ocular diente das 
terrestrische Fernrohr. Bei Construetion dieses Instrumentes brachte 
Plössl, den Kunstgriffen der zeitgenössischen Optiker entgegen, das 
Ocular — ohne die Lichtstärke der Bilder zu stören — zu einer bis 
dahin nicht gekannten Leistung. Brewster’s Idee, statt Glas, stark 
lichtbrechende Edelsteine als Materiale für Objectiv-Linsen zu ver 
wenden, griff er lebhaft auf, und er scheute keine Mühe, bis es ihm 
*) Im Beginne seiner Laufbahn hatte Plössl in Jacquin einen ebenso 
eifrigen als geistvollen Berather. Später wurde er durch Unger, Fenzi u._A 
in seiner Unternehmung vielfach angeregt and unterstützt; namentlich sin 
des Letzteren Verdienste um das Zustandekommen des pankratischen nis- 
seetions-Mikroskopes nicht zu vergessen.
	        
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