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gelang, Saphir- und selbst Diamant-Linsen von grosser optischer
Kraft anzufertigen. Er verliess indess bald diesen Weg, da die Sub
stanz dieser Edelsteine nicht nur dem Schleifen ungemeine Hinder
nisse bereitet, sondern sich auch wegen Inhomogenität als unzuver
lässig erwies.
Die mikroskopische Theilung auf Glas bat Plössl durch Ver
vollkommnung seiner Vorrichtung auf eine damals nicht gekannte
Stufe der Vollendung gebracht, so dass seine Mikrometer selbst die
berühmten Kiche’schen (Paris) übertrafen, später aber von Nobert
weitaus überflügelt wurden.
Bis zu den fünfziger Jahren verfertigte wohl Niemand auf dem
Continente vollkommenere Mikroskope als Plössl, Instrumente,
welche den Vergleich mit Amici’s und Oberhäuser’s völlig aus
hielten. Da schien plötzlich Plössl durch Nobert verdunkelt zu
werden. Dieser gleichfalls berühmte Mechaniker und Optiker (in
Greifswalde, später in Barth) setzte damals die Welt durch seine
feinen Theilungen auf Glas in Erstaunen, welche zur Prüfung der
auflösenden Kraft der Mikroskope alsbald in Verwendung kamen.
Die damals von Nobert veröffentlichte Probeplatte besass 15 Linien-
Systeme, von welchen das erste auf einer Breite von 0005 Pariser
Zoll 7 gleichweit von einander abstehende parallele Linien fasste
und jedes folgende auf gleicher Breite um eine Parallel-Linie mehr
enthielt. Nach H. v. Mohl lösten Plössl’s beste Mikroskope die 7.,
Nobert’s Mikroskope die 12. bis 14. Gruppe der Probeplatte auf.
Als Plössl durch Direetor v. Littrow in Besitz der Nobert’schen
Platte kam, erkannte er v. Mohl’s Urtheil als völlig richtig an; aber
in kürzester Frist entdeckte er, dass seine Objective eine ihm selbst
nicht bekannte optische Kraft besassen. Bis dahin war nämlich sein
Mikroskop-Spiegel blos um eine horizontale Axe drehbar; nunmehr
richtete er den Spiegel zum Schiefstellen ein. Als er die Nobert’sche
Testplatte im schiefen Lichte untersuchte, erblickte er bei Anwen
dung seines stärksten Objectivs, die bis dahin noch gar nicht gelöste
15. Gruppe. Littrow, Unger und Fenzl sind die Gewährsmänner
für diese merkwürdige, genugsam für Plössl’s Buhm sprechende
Thatsache.