51
alle Garantien der Bichtigkeit mit der höchsten Empfindlichkeit.
Auch in Provinz-Städten weckte das Vorbild Wiens Nacheiferung.
So sah man auf der letzten Pariser Ausstellung eine mittelgrosse
Wage von J. Kravogl in Innsbruck, bei welcher die Schalen arretirt
werden konnten, und welche bei 100 Gramm Belastung in je einei
Schale 01 Milligramm Ausschlag gab. Nach Professors Pisko’s
Bericht überragte die Arbeit an dieser Wage durch Schönheit und
Sorgfalt die an allen andern ausgestellten Präcisions-Wagen. Gleich
falls aus Innsbruck verseudet Beuter seine geschätzten chemischen
Wagen. Da Wagebalken und Wagschalen aus Eisen und Stahl mag
netisch werden, so dürfen sie bei richtigen Wagen nicht aus diesen
Materialien gemacht werden. Bis vor kurzem war Messing das hiezu
allgemein verwendete Material. \ orgeschlagen wurde, dem Messing
das einen höheren Grad von Festigkeit besitzende Steno-Metall, eine
von Bosthorn erfundene Legirung von Kupfer und Zink mit etwas Eisen
und Zinn zu substituiren; noch grössere V ortheile versprach man sich
aber von dem durch grosse Festigkeit bei ausserordentlicher Leichtig
keit ausgezeichneten Aluminium-Metall. Allein die Unbeständigkeit
dieses Metalles äusseren Einflüssen gegenüber veranlasste Viele zum
Messing zurückzukehren, während Andere Versuche mit Aluminium-
Legirungen anstellten.
Bascher und bequemer, wenn auch weniger genau, als mit der
Wage kann man die Dichte tropfbar flüssiger Körper mittelst der
Aräometer bestimmen. Zahlreich sind deren Anwendungen in Gewerbe
und Landwirtschaft, insbesondere zur Ermittelung des Alkohol- oder
Zucker-Gehaltes von Flüssigkeiten. Wertvolle Schriften über Aräo-
metrie verfassten in Oesterreich: P. T. Meissner, A. Freiherr von
Baumgartner, C. J. N. Balling, J. J. Pohl u. A. m. Ein Aräometer
zur schnellen Bestimmung der Dichte fester Körper theilte Freiherr
v. Baumgartner*) 1826 in der von ihm und Ettingshausen heraus
gegebenen Zeitschrift mit. Das Instrument hält das Mittel zwischen
*) Andreas Freiherr v. Baumgartner, geboren den 23. Novem
ber 1793 zu Friedberg in Böhmen, wo sein Vater Gastwirt und BäekeT war,
hat den ersten Unterricht in der Elementar-Schule seines Geburtsortes
hat den ersten unteiuan m uci . ~
erhalten, die Gymnasial-Schulen in Linz und Budweis, die philosophischen
am Lyceum zu Linz, die Universitäts-Studien an der Hochschule in A\ ien
4*