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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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sie zur Fortbewegung des Luft-Ballons zu verwenden; erst später 
kam er auf den Gedanken, sie im compacteren Wasser als Schiffs- 
Schraube zu verwenden. Im Jahre 1824 veröffentlichte ein anderer 
Oesterreicher, D. Meltzl, eine eingehende Untersuchung über die 
Lenkung der A erostaten; sein Project aber, ein Segel tief unter das 
Luftschift' herabzusenken, dürfte phantastisch erscheinen. Ueber dem 
Lande sollte eine andere Luftströmung in der Tiefe erreicht werden; 
über dem Wasser sollte das Luftschiff ein Segel so in’s Wasser 
senken, wie es das Wasserschiff empor hebt. Weitaus die wichtig 
sten Arbeiten auf diesem Gebiete sind die von J. J. Prechtl. Schon 
1805 begann er, sich mit dem Probleme des Vogelfluges zu beschäf 
tigen und veröffentlichte 1846 nach vierzigjährigen Experimenten 
und Beobachtungen seine „Untersuchungen über den Flug der Vögel“, 
ein Werk von bleibendem Werte. Auch die Direction des Luft- 
Ballons zog er in den Kreis seiner Betrachtungen. Er glaubte, dass 
man die horizontale Lenkung nur durch Benützung der wechselnden 
Luftströmungen in verschiedenen Höhen erzielen könne. Um nun 
die hiezu erforderliche verticale Auf- und Abbewegung des Ballons 
besser als durch Auslassen von Gas und Aus werfen von Ballast zu 
bewirken, schlug er vor, einen kleineren mit Luft gefüllten Ballon im 
grösseren Gas-Ballon anzubringen. Durch Ausziehen und Einblasen 
von Luft sollte das Steigen oder Fallen verursacht werden. Dieser in 
neuerer Zeit vielbesprochene Kunstgriff wurde also von Prechtl 
zuerst veröffentlicht*). 
Die Bewunderung, welche die Automaten Vaucanson’s und der 
beiden Droz im vorigen Jahrhundert fanden, regte zur Nachahmung 
an. Hofrath W. von Kempelen, geboren 1734 zu Pressburg, gestor 
ben 1804 zu Wien, construirte zuerst seinen schachspielenden Auto 
maten und indem er sodann Ursprung und Wesen der menschlichen 
Sprache untersuchte, wurde er von dem Gedanken geleitet, eine 
Sprech-Maschine herzustellen. Im Jahre 1769 fasste er den Plan 
*) Eine während der jüngsten Pariser Belagerung in den Archiven des 
Conservatoire des arts etmetiers aufgefundene Handschrift zeigt, dass schon 
wenige Wochen nach der ersten Charles’schen Luftfahrt Meusniers einen 
ähnlichen Vorschlag gemacht hatte, welcher jedoch nicht durch den Druck 
bekannt wurde.
	        
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