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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

volle Untersuchungen über Pleochroismus der Krystalle mittelst 
der von ihm erfundenen dichroskopischen Loupe an. Dieses 
Instrument, das seitdem allgemein Verbreitung fand, gehört zu den 
schönsten Anwendungen der Doppel - Brechung. Ein Kalkspath- 
Ehomboid ist an beiden Enden mit Glaskeilen von 18° versehen und 
an der Seite des Auges mit einer gewöhnlichen Loupe. Jenseits des 
Rhomboides befindet sich eine kleine quadratische Oeffnung, welche 
doppelt erscheint. Eine ähnliche Vorrichtung liefert das Doppelbild 
beim Schistoskop, einem von Hofrath Dr. E. Brücke construirten 
Instrumente. Seine Bestimmung ist, dem Kunst-Gewerbe die Auffin 
dung complementärer Farbenpaare zu erleichtern. 
Wie im Schistoskop die Doppelbrechung, so wurde im Polari 
sations-Saccharimeter die Drehung der Polarisations - Ebene 
dem praktischen Leben dienstbar gemacht. Durch dieses Instrument 
ermittelt man den Zuckergehalt von Flüssigkeiten. Dem Mitscherlich- 
schen Polarisations-Saccharimeter verschaffte in Oesterreich Dr. J. J. 
Pohl, Professor am Wiener Polytechnikum, Verbreitung. Er lieferte 
fehlende Vorbestimmungen und erleichterte die Einstellung auf den 
empfindlichen Farbenton, indem er ein dünnes, die Hälfte des 
Gesichtsfeldes bedeckendes Glimmerblättchen zwischen Polarisator 
und Flüssigkeits-Bohr einschaltet, das schon vor Füllung des letzteren 
den blau-violetten Farbenton zeigt. Eine Gebrauchs-Anleitung von 
Professor Pohl liegt den Apparaten bei, welche G. A. Lenoir, Fabri 
kant in Wien, anfertigt. Neuerer Zeit erfreut sich das Wild'sche 
Polarisations-Saccharimeter, vom Erfinder Polaristrobometer genannt, 
besonderer Beliebtheit. Auch dieses wird bereits in Oesterreich selbst 
hergestellt, vom Hof-Mechaniker W. Hauck. 
Das Pyrheliometer von Pouillet verschafft uns Kenntniss von 
der ausserordentlichen Wärmemenge, welche die Sonnenstrahlen 
au den Quadratmeter Erd-Oberfläche abgeben. Indem die darin vor 
handene lebendige Kraft im grünen Pflanzenblatte zur Zersetzung 
der Kohlensäure, deren Kohlenstoff die Pflanze zurückbehält, ver 
wendet wird, dient sie zur Unterhaltung aller Lebens Vorgänge auf 
der Erde und bereitet zugleich das Heiz-Material für unsere Maschinen. 
Könnte man aber nicht direct mit dieser Wärme Maschinen heizen?
	        
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