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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Diese Frage stellte sieh schon vor Jahren Professor C. Güntner an 
der Wiedener Communal-Ober-Realschule in Wien nnd bejahte sie, 
insbesondere für tropische Länder. Beschreibung und Zeichnung von 
hiezu geeigneten Vorrichtungen veröffentlichte er 1864 in Dingler’s 
Journal. Diess gewinnt dadurch an Interesse, dass der berühmte 
Erfinder der calorischen Maschinen und der Monitors, der Schwede 
Ericson sich die letzten Jahre seines Lebens mit der directen Ver 
wertung der Sonnenwärme zum Maschinen-Betriebe beschäftigt hat. 
In keinem anderen Zweige der physikalischen Wissenschaft 
vollzog sich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, dem Anfang 
der hier zu betrachtenden Periode, ein so epochemachender Fort 
schritt, als in der Elektricitäts-Lehre und ihrer Anwendung. 
Nachdem die Kleist’sche Flasche mit ihren physiologischen Erschütte 
rungen in zwei Welttheilen Aufsehen gemacht hatte, gelang es dem 
grossen Bürger der neuen Welt, Benjamin Franklin, ihre Wirkung 
zu erklären, ihre Construction zu vereinfachen und die erste wissen 
schaftliche Theorie der elektrischen Erscheinungen, auf Grundlage 
der unitarischen Hypothese, aufzustellen. Der elektrische Apparat 
wurde von Franklin und seinen Freunden vervollkommnet. Doch 
nicht lange begnügte sich Franklin mit diesen rein wissenschaft 
lichen Erfolgen; indem er gemeinschaftlich mit seinem Sohne, 
erinnernd an antiken Heroismus, das gefährliche Experiment voll 
führte, aus einer Gewitterwolke Funken durch die leitende Schnur 
eines emporgesandten Seidendrachen herabzulocken und so die Iden 
tität des Blitzes mit elektrischen Funken zu constatiren, ferner an diese 
Erkenntniss die Erfindung des Blitzableiters anknüpfte, wurde 
er einer jener Entdecker, welche nach Buckle einen grösseren Einfluss 
als Staatsmänner und Feldherren auf die Weltgeschichte üben. Bald 
darauf hatte dieser Fortschritt seinen Märtyrer gefunden: Professor 
Eichmann in Petersburg wurde 1753 von einem Funken, den er aus 
einer Gewitterwolke herabzog, getödtet. Zu jener Zeit lebte als 
Pfarrer zu Prenditz bei Znaim Procop Diwisch, Ordenspriester des 
Prämonstratenser-Stiftes Bruck (geb. zu Senftenberg in Böhmen am 
1. August 1696, gestorben 21. December 1765). Er hatte sich seit 
Jahren mit physikalischen, insbesondere elektrischen 1 ersuchen
	        
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