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bei. Die Munificenz des unvergesslichen Monarchen, welcher das
neue Institut mit den für die damalige Zeit kostbarsten und reichhaltigsten
Sammlungen von chirurgischen Instrumenten, Bandagen*)
u. s. w. ausstattete; die höchst zahlreichenErfindungen, Verbesserungen
und Modificationen in diesem Fache, welche von den berühmten
Chirurgen Brambilla, Budtorffer, Zang, Beinl u. s. w. ausgingen,
bildeten eine ausgiebige Unterstützung und einen mächtigen Sporn
für das Streben und die technische Vervollkommnung der Fabrikanten.
Malliard, Vater und Sohn, und des letzteren Schiller Gokel sind es,
welche zu Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts
besonders in chirurgischen Instrumenten — nicht blos in der
österreichischen Monarchie, sondern selbst im Auslande einen ehi envollen
Ruf genossen. Ungefähr gleichzeitig arbeitete Bauer mit bestem
Erfolge in Bandagen. In die Gründungszeit des Josephinums fallen
auch die verschiedenen Geburts-Stühle, Operations-Tische, Maschinen
zum Gebrauche bei Knochenbrüchen, sowie die damals sehr gerühmten
Fantome vom Mechaniker Arzt. Hauptsächlich aus den Händen
dieser Männer gingen jene schönen Sammlungen von Instrumenten,
Bandagen und anderen in dieses Fach einschlagenden Geräten und
Maschinen in Wien und anderen Orten (z. B. Florenz) hervor, welche
wenn auch die enthaltenen Gegenstände der Mehrzahl nach jetzt
veraltet sind — dennoch wenigstens historisches Interesse besitzen
und durch Correctheit der Arbeit den hohen Stand dieser Industrie
in damaliger Zeit beweisen.
Es scheint aber, dass die Blüte dieser Gewerbs-Thätigkeit nicht
ohne jene oben angedeutete Gunst der Verhältnisse, nicht ohne die ausgiebigeUnterstützung
des Gründers des Josephinums, der z. B. demlnstrumenten-FabrikantenMalliardeinHaus
in Wien schenkte, sich weiter
entwickeln konnte und so sehen wir mit dem Aufhören der erwähnten
unterstützenden Umstände und nach dem Ablaufe der Kriegsjahre
*) Obwohl sie nicht in das hier besprochene Fach gehören, sei hier
jener Sammlung der anatomischen Wachs-Präparate von Felix Fontana
gedacht, welche zu dessen Zeit und lange nachher die allgemeinste Bewunderung
erregten. Felix Fontana wurde zu Pamarli beiRoveredo in Tirol
15. April 1730 geboren, von Kaiser Josef II. geadelt und starb 180o zu
Florenz.