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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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bei.  Die  Munificenz  des  unvergesslichen  Monarchen,  welcher  das
neue  Institut  mit  den  für  die  damalige  Zeit  kostbarsten  und  reichhaltigsten ­
  Sammlungen  von  chirurgischen  Instrumenten,  Bandagen*)
u.  s.  w.  ausstattete;  die  höchst  zahlreichenErfindungen,  Verbesserungen
und  Modificationen  in  diesem  Fache,  welche  von  den  berühmten
Chirurgen  Brambilla,  Budtorffer,  Zang,  Beinl  u.  s.  w.  ausgingen,
bildeten  eine  ausgiebige  Unterstützung  und  einen  mächtigen  Sporn
für  das  Streben  und  die  technische  Vervollkommnung  der  Fabrikanten.
Malliard,  Vater  und  Sohn,  und  des  letzteren  Schiller  Gokel  sind  es,
welche  zu  Ende  des  vorigen  und  Anfang  des  jetzigen  Jahrhunderts
besonders  in  chirurgischen  Instrumenten  —  nicht  blos  in  der
österreichischen  Monarchie,  sondern  selbst  im  Auslande  einen  ehi  envollen
  Ruf  genossen.  Ungefähr  gleichzeitig  arbeitete  Bauer  mit  bestem
Erfolge  in  Bandagen.  In  die  Gründungszeit  des  Josephinums  fallen
auch  die  verschiedenen  Geburts-Stühle,  Operations-Tische,  Maschinen
zum  Gebrauche  bei  Knochenbrüchen,  sowie  die  damals  sehr  gerühmten
Fantome  vom  Mechaniker  Arzt.  Hauptsächlich  aus  den  Händen
dieser  Männer  gingen  jene  schönen  Sammlungen  von  Instrumenten,
Bandagen  und  anderen  in  dieses  Fach  einschlagenden  Geräten  und
Maschinen  in  Wien  und  anderen  Orten  (z.  B.  Florenz)  hervor,  welche
wenn  auch  die  enthaltenen  Gegenstände  der  Mehrzahl  nach  jetzt
veraltet  sind  —  dennoch  wenigstens  historisches  Interesse  besitzen
und  durch  Correctheit  der  Arbeit  den  hohen  Stand  dieser  Industrie
in  damaliger  Zeit  beweisen.
Es  scheint  aber,  dass  die  Blüte  dieser  Gewerbs-Thätigkeit  nicht
ohne  jene  oben  angedeutete  Gunst  der  Verhältnisse,  nicht  ohne  die  ausgiebigeUnterstützung
  des  Gründers  des  Josephinums,  der  z.  B.  demlnstrumenten-FabrikantenMalliardeinHaus
  in  Wien  schenkte,  sich  weiter
entwickeln  konnte  und  so  sehen  wir  mit  dem  Aufhören  der  erwähnten
unterstützenden  Umstände  und  nach  dem  Ablaufe  der  Kriegsjahre

*)  Obwohl  sie  nicht  in  das  hier  besprochene  Fach  gehören,  sei  hier
jener  Sammlung  der  anatomischen  Wachs-Präparate  von  Felix  Fontana
gedacht,  welche  zu  dessen  Zeit  und  lange  nachher  die  allgemeinste  Bewunderung ­
  erregten.  Felix  Fontana  wurde  zu  Pamarli  beiRoveredo  in  Tirol
15.  April  1730  geboren,  von  Kaiser  Josef  II.  geadelt  und  starb  180o  zu
Florenz.
            
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