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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Seit  der  zweiten  Hälfte  des  jetzigen  Jahrhunderts  begegnen
wir  auf  dem  Gebiete  der  in  Bede  stehenden  Industrie  weit  sichtlicher
einer  selbständig  schaffenden  Thätigkeit  und  einer  solchen  Verbindung ­
  von  mechanischen  und  wissenschaftlichen  Kenntnissen,  vermöge
welcher  die  Fabrikanten  den  heilkünstlerischen  Absichten  der  Chirurgen ­
  nicht  blos  nach,  sondern  auch  entgegen  zu  kommen  verstehen.
Es  hat  diess  in  besonderer  Vervollkommnung  älterer  Arbeiter  und
in  dem  Auftreten  jüngerer  Kräfte  seine  Begründung.
In  der  Bandagen-Fabrication  ging  das  Geschäft  des  früher  genannten ­
  Mechanikers  und  Bandagisten  Bauer,  welcher  ein  Zeitgenosse
der  Instrumenten-Macher  Malliard  Vater  und  Sohn  und  Gokel  war,
im  Jahre  1817  auf  den  Bandagisten  S.  Hammer  über.  Eben  im
zweiten  Jahrzehend  unseres  Jahrhunderts  besass  Wolfsohn  im  Fache
der  Bandagen  und  speciell  der  Bruchbänder  einen  grossen  Buf  und
wurde  vom  Kaiser  Alexander  I.  sogar  für  einige  Jahre  nach  Petersburg ­

  berufen.
Die  Bandagen-Firma  Schlösser,  welche  schon  seit  der  ersten
Zeit  unseres  Jahrhunderts  ein  ausgedehntes  Geschäft  besass,  wurde
später  von  Anton  Schlösser  fortgeführt.  Grössere  Capitals-Kraft  und
der  Umstand,  dass  durch  viele  Jahre  alle  Lieferungen  für  das  grosse
Wiener  Krankenhaus  dieser  Firma  zufielen,  kamen  derselben  sehr  zu

Statten.  Wenn  Nichts  mehr  bekannt  ist,  was  aus  Schlösset  eigener
Initiative  hervorging;  so  führte  er  doch  verschiedene  von  Professor
Schuh  angegebene  Apparate  für  Verkrümmungen  an  den  Gliedmassen
u.  s.  w.  aus,  und  wenn  es  seinen  Arbeiten  häufig  an  Leichtigkeit  und
gefälliger  Form  mangelte;  so  könnte  man  ihm  doch  Erfahrung  und
einen  gewissen  praktischen  Sinn  nicht  absprechen.  Das  von  Hammer
1817  übernommene  Bandagen-Geschäft  Bauers  ging  1832  auf  des
Ersten  Sohn,  J.  Hammer,  über,  welcher  sehr  Verdienstvolles  in  orthopädischen ­
  Maschinen  leistete  und  15  Jahre  für  die  orthopädische  Heil-Anstalt
  des  Dr.  Lorinser  alle  Apparate  und  Maschinen  lieferte.

promovirt.  Im  Jahre  1832  wurde  Schuh  Assistent  des  Professors  v.  Mattmann ­
  1836  zum  Professor  der  Vorbereitungs-Wissenschaften  zu  Salzburg,
im  folgenden  Jahre  zum  Primar-Wundarzt  des  allgemeinen  Krankenhauses
in  "Wien,  1841  zum  ausserordentlichen,  1842  zum  ordentlichen  Professor  der
Chirurgie  in  Wien  ernannt  und  starb  daselbst  1865.
            
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