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In diese dreissig bis vierzig Jahre fällt auch die Erzeugung von
mehrfachen Geräten aus entkalktem Elfenbein vom Drechslermeister
Demel.
In der Eabrication von chirurgischen Instrumenten entwickelte
sich das Geschäft des Anton Schleifer, mit dem Jahre 1830 beginnend,
im Laufe der Zeit zu einem namhaften Grade von Ausdehnung und
Vervollkommnung. Besonders geschätzt waren Schleifers oculistische
Instrumente wegen ihrer feinen Spitzen und Schneiden, sowie wegen
ihrer leichten und zarten Ausführung in der Form. Er construirte
nach den Angaben der Professoren v. Kosas, Arlt, v. Stellwag, viele
neue oder verbesserte Augen - Instrumente. A. Schleifer hat sich
zuerst eingehender, als Andere mit der Fabrication von Listrumenten
zur Stein-Zertrümmerung befasst, und später nach den Angaben des
Prof. v. Wattmann und des Dr. v. Ivänchich manche noch jetzt ge
schätzte neue oder wesentlich verbesserte Werkzeuge ausgeführt.
Er construirte zuerst den geraden und krummen Urethrotom von
Ivänchich mit zwei Klingen und führt dasselbe Instrument mit einer
Klinge bis zu einer technisch sehr schwierig herzustellenden, praktisch
aber sehr wichtigen bedeutenden Feinheit des Calibers aus. Schleifer
arbeitete den ersten Apparat zur Operation der Blasen-Scheidenfistel
von Dr. Ulrich aus, er exportirte seine ooulistischen Werkzeuge bis
nach Amerika und wurde bei den Ausstellungen zu Wien 1839 und
zu München 1854 für seine Augen-Instrumente durch Medaillen aus
gezeichnet.
Schleifer’s Geschäft wird seit dessen Tode von seinem Schwieger
söhne, Alex. Maurer, in demselben Locale fortgeführt und bemüht sich
der strebsame Nachfolger mit glücklichem Erfolge das Benommäe
seines Vorgängers aufrecht zu erhalten.
Im Jahre 1834 übernahm Sabatnek das Instrumenten-Geschäft
Gokel’s, welches dieser in den neunziger Jahren des vorigen Jahr
hunderts gegründet hatte. Sabatnek war viele Jahre fast der gerühm-
teste Instrumenten-Macher Wiens, seine Erzeugnisse waren einfach,
gediegen und zeichneten sich besonders seine scharfen Instrumente
durch ihre feinen und dauerhaften Spitzen und Schneiden aus. Aus
seinem Atelier gingen die meisten Werkzeuge für die Kliniken der