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Laryngoskopie und Rhinoskopie.
Wenn wir auch zugeben müssen, dass die Idee, die tiefliegenden
Theile des Eachens und die Kehlkopf-Gebilde mittelst des Spiegels zu
untersuchen, schon früher in manchem Kopfe geschlummert, so waren
es doch erst die beiden Oesterreicher: Ludwig Türck*) und
Czermak (geboren zu Prag 17. Juni 1828), bei denen das bisher nur
Angedeutete oder mehr minder erfolglos Versuchte zur hellen gei
stigen Leuchte aufschlug.,
Im Sommer 1857 gelang es Türck bei Sonnenbeleuchtung, mit
einem kleinen Spiegel vollkommen befriedigende Bilder des Kehl-
Kopfes und der umliegenden Theile am Lebenden zu erhalten.
Schon im folgenden Winter brachte Czermak durch zweck
mässige Beleuchtungs - Apparate auch bei künstlichem Lichte, also
ganz unabhängig von der Tages- und Jahreszeit, dasselbe zu Stande
— ein gar nicht hoch genug anzuschlagender Fortschritt.
Kaum braucht es angedeutet zu werden, welchen Weid die neue
Entdeckung für die Erforschung physiologischer Vorgänge — der
Sprache, des Gesanges, des Sehlingens etc. — haben musste, und in
der That wurde auch auf diese W T eise in manche der verwinkelt
sten Erscheinungen Klarheit gebracht. Aber auf noch glänzendere
Bahnen führte die neue Untersuchungs - Methode die Heilkunde;
*) Geboren zu Wien am 22. Juli 1810, widmete sich zuerst der Rechts-
Gelehrsamkeit, warf sich aber bald mit geregeltem Eifer auf das Studium
der Medicin. Schon als junger Arzt beschäftigte er sich mit den Krankheiten
des Gehirns und Rückenmarks, erhielt 1846 die Leitung der Abtheilung für
Nervenkrankheiten, 1857 ausserdem die einer vollständigen medicinischen
Abtheilung im k. k. allgemeinen Krankenhause. Im Jahre 1860 habilitirte
ersieh als Privat-Docent. Im Jahre 1861 wurde ihm für seine Verdienste
um das Studium der Kehlkopf-Krankheiten der Monthion-Prers, und aus
demselben Grunde 1862 die grosse Preis-Medaille in London verheben.
1864 wurde Türck zum ausserordentlichen Professor für Nerven- und Kehl
kopf-Krankheiten ernannt. In der Literatur hat er sich eine bleibende Stätte
durch eine Reihe von Abhandlungen über Nerven- und Kehlkopf-Krank
heiten gegründet. Ein rasch verlaufender Fleck-Typhus machte seinem
Leben im kräftigsten Mannesalter ein Ende zum Leidwesen seiner ihn als
Menschen und Gelehrten hoch verehrenden Freunde und Schüler.