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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Tschürgant)  bei  Irabst  (Imst)  in  Tirol  dargestellt  wurde.  Die  Ammoniak-Präparate ­
  dienten  namentlich  zur  Bereitung  gewisser  Farben,
dann  zu  metallischen  Schmelzungen,  zum  Verzinnen  etc.
Die  Leichtigkeit  der  Beschaffung  der  Rohmaterialien  in  Wien,
veranlasste  eben  im  Jahre  1800  die  Errichtung  der  Salmiakfabrik  in
Nussdorf,  welcher  Ort  wegen  der  leichten  Zufuhr  des  Brennmateriales
(damals  Holz)  auf  der  Donau  gewählt  wurde.  Diese  Fabrik  wurde  auf
Rechnung  des  Aerars  betrieben,  und  die  Direction  anfänglich  dem
Christian  Rückert,  im  Jahre  1802  dem  Hofrath  v.  Panzenberger  und
später  dem  Freiherrn  v.  Leithner  übergeben.  Bis  zum  Jahre  1807
verwendete  man  blos  Urin,  welcher  in  den  Kasernen  und  Spitälern
gesammelt  und  im  täglichen  Betrag  von  circa  150  Eimern  an  die
Fabrik  geliefert  wurde.
Um  bei  Mangel  an  Urin  fortarbeiten  und  den  Betrieb  überhaupt
erweitern  zu  können,  wurden  vom  Jahre  1807  ab  auch  Knochen  verwendet ­
  und  zu  deren  Verarbeitung  im  Jahre  1809  ein  eigener  neuer
Ofen  gebaut.
Das  Verfahren  zur  Salmiakbereitung  bestand  damals  darin,  dass
das  kohlensaure  Ammon  mit  Gips  zersetzt  und  das  erhaltene  schwefelsaure ­
  Ammon  bei  Siedhitze  mit  Kochsalz  (und  zwar  Mutterlaugensalz
der  Ausseer  Saline)  in  Salmiak  umgewandelt  wurde.  Die  Lösung
wurde  eingedampft,  das  krystallisirte  Natriumsulfat  herausgekrückt
und  schliesslich  der  Salmiak  aus  irdenen  Töpfen  sublimirt.
Aelter  als  die  Nussdorfer  Salmiakfabrik  war  übrigens  die  zu  Hall
in  Tirol,  welche  ebenfalls  auf  Rechnung  des  Aerars  nach  Eingehen
der  St.-Veiter  Privatfabrik  gegründet  wurde,  und  zu  deren  Entstehen
im  Jahre  1786  der  Vorschlag  des  salzburgischen  Edelmannes  Eis  von
Solheim,  die  Mutterlaugen  der  Haller  Saline  auf  Salmiak  zu  verarbeiten, ­
  massgebend  war,  welcher  Vorschlag  von  Gubernialrath  Menz
und  Oberamtsrath  Lenoble  von  Edlenburg  zur  Ausführung  kam,  so
dass  die  Fabrik  im  Jahre  1792  gegen  32,  im  Jahre  1793  aber
146  Centner  Salmiak  bereitete,  welche  Production  auch  später  constant
  blieb.
Durch  diese  Fabrieation  wurde  wohl  der  Grund  zu  der  später
in  Hall  bestandenen  k.  k.  priv.  chemischen  Produeteniäbrik  gelegt,
            
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