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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Oel  etc.  Seit  Einführung  der  Soda-Fabrication  und  der  fabriksmässigen
  Seifen-Erzeugung,  namentlich  mit  der  bei  der  Kerzen-Fabrication
abtallenden  Elainsäure  kam  die  Debrecziner  Seifen-Industrie  vollständig ­
  in  Verfall.
In  Venedig,  Verona,  Triest  und  an  anderen  Orten  wurde  Oelseife
bereitet,  wozu  man  meist  Olivenöl  verwendete,  und  zwar  zu  feineren
Seifen  das  durch  starkes  Fressen  gewonnene,  mul  zu  ordinären  Sorten
das  durch  Warmpressen  erhaltene  Oel  und  den  Bodensatz  (Morge).
Als  Alkali  kam  Soda  aus  Sicilien  und  Spanien  zur  Anwendung.  Die
weisse  und  grüne  venetianer  Seife  gehörte  in  den  zwanziger  Jahren
zu  den  besten  Sorten.  Die  auch  heute  noch  hervorragende  Fabrik
von  Chiozza  in  Triest  entstand  im  Jahre  1780  durch  Franz  Casetti
und  C.  A.  Chiozza,  und  ging  im  Jahre  1781  an  Letzteren  allein,  im
Jahre  1815  an  dessen  beide  Söhne  über.  Dieses  Etablissement
beschäftigte  sich  ursprünglich  nur  mit  der  Bereitung  von  Oelseife
war  im  Anfänge  der  zwanziger  Jahre  eines  der  bedeutendsten  des
Continentes  und  erzeugte  mit  17  Kesseln  (die  grösste  Fabrik  in
Marseille  hatte  damals  nur  15)  jährlich  10.000  Centner  Seife  in
9  verschiedenen  Gattungen.  Im  Jahre  1835  betrug  die  Production
15.000  Centner  und  im  Jahre  1838  :  18.000  Centner  Seife.  Interessant ­
  ist,  dass  etwa  1 / a  ihrer  Producte  unter  anderen  nach  Brasilien
und  Nordamerika  exportirt  wurde.  Ein  ähnliches  Etablissement  ist
das  von  Anselmo  Finzi  in  Triest,  welches  seit  dem  Jahre  1805  esdstirt.
In  der  Fabrication  der  Talglichter  begann  man  auch  schon  früh  Verbesserungen ­
  einzuführen.  Dr.  Meinecke  in  Mährisch-Trübau  suchte
1812  durch  chemische  Mittel  Hammeltalg  härter  zu  machen  und
Böhm  in  Nikolsdorf  bei  Wien  erfand  1822  die  sogenannten  ökonomischen ­
  Tafelkerzen,  welche  wachsähnlich  waren,  auch  begann
damals  der  Zusatz  von  Wachs  und  Walrath  Platz  zu  greifen  und
man  überzog  wohl  auch  Talglichter  von  aussen  mit  Wachs,  welche
z.  B.  von  Schöps  und  Neuwirth  in  Wien  1817  sehr  schön  bereitetwurden,
  auch  Jos.  Bauer  erhielt  1821  ein  Patent  auf  solche  sogenannte ­
  wachsplattirte  Kerzen.
Seifen-Erzeugung  und  Kerzen-Fabrication  begannen  am  Ende
der  zwanziger  Jahre  als  grössere  Industrie-Zweige  Bedeutung  zu
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