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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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und  Steierdorf,  endlich  die  seit  1865  bestehende  Fabrik  von  H.  Dingler
in  Mähr.-Ostrau,  die  von  Mayer  &  Möller  in  Wien  etc.
Die  Zündhölzchen-Industrie.  ImJahre  1805  ersann  Thenard’s
  Assistent  Chancel  die  sogenannten  Tunkhölzchen,  die  durch
Benetzen  mit  Schwefelsäure  zum  Entzünden  gebracht  wurden  und
keinen  Phosphor  enthielten.  Bald  darauf  wurden  auch  Versuche  mit
der  Anwendung  von  Phosphor  gemacht  und  es  war  vielleicht  Derosne
in  Paris  der  erste,  welcher  solche,  allerdings  sehr  unvollkommene,
Zündhölzchen  darstellte.  Wirklich  brauchbare  Zündhölzchen  mit
Phosphor  wurden  erst  im  Anfänge  der  dreissiger  Jahre  in  den  Handel
gesetzt.
In  Oesterreich  hat  man  schon  vor  dem  Jahre  1830  mehrere
Patente  ertheilt,  welche  Verbesserungen  in  der  Fabrication  der  Tunkzündhölzchen ­
  betrafen.  und  zu  deren  Anfertigung  nicht  unbedeutende
Mengen  von  chlorsaurem  Kali  verwendet  wurden,  welches  unter
andern  einen  Gegenstand  der  Fabrication  in  Stefan  v.  Römer’s*)
Laboratorium  bildete.
Nach  dem  Berichte  über  die  erste  allgemeine  österreichische
Gewerbsproducten-Ausstellung  im  Jahre  1835  hat  Römer  durch  die
Verwendung  des  durch  Schwefelsäure  befeuchteten  Asbestes,  an  Stelle
flüssiger  Schwefelsäure  zum  Tunken  der  Tunkhölzchen,  diesen  Eingang ­
  in's  praktische  Leben  verschafft,  zumal  er  diese  Feuerzeuge
um  sehr  niedrigen  Preis  verkaufte.  Auch  betrieb  derselbe  schon
damals  einen  Export  von  Holzdrähten  für  Zündhölzchen,  die  er  fabriksmässig
  und  in  grosser  Vollkommenheit  herstellte.
Römer  selbst  erhielt  schon  am  28.  September  1827  ein  öjähriges
Privilegium  auf  Methoden,  mittelst  welcher  er  die,  theils  mit  neuen,
theils  mit  verbesserten  Mitteln  bewerkstelligte  Erzeugung  von  Chlor-Alkalien
  und  Chlorzündern  betrieb  und  Bergwerks  -  Inspector  Josef
Zwirzina  in  St.  Pölten  im  Jahre  1829  ein  solches  auf  die  Erfindung,
die  Hölzchen  durch  eine  neue  Vorrichtung  zu  fünf  und  mehr  hunderten
„auf  einmal  in  den  Schwefel  und  in  die  rothe  Masse  zu  tauchen“.

')  Stefan  Römer  (eigentlich  Rämer)  v.  Kis  -  Enyitzke,  geboren  am
26.  December  1788  zu  Nagy  Säros  in  Ungarn,  starb  in  Folge  eines  Sturzes
am  30.  Juli  1842  in  Wien.
            
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