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und eventuell den Controll-Stempel der Behörde an sich trage. Die
Fabrication künstlicher Mineralwässer datirt aus neuester Zeit und
es ist beachtenswert, dass dieses Geschäft fast ebenso lucrativ ist als
der Versandt natürlicher Mineralwässer, welche als Product der
Natur aus der Erde quillen. Es muss hier aber auch bemerkt werden,
dass sich die künstlichen Mineralwässer die Krüge und Flaschen inclu
sive Signatur und Kapseln der natürlichen vielfach angeeignet haben.
Dieser über die Grenzen einer ehrenhaften Concurrenz hinaus greifende
Vorgang wirkte auf das Versendungs - Geschäft mehrerer Quellen-
Besitzer abträglich. Der hiedurch veranlasste Ausfall betrug beispiels
weise inMarienbad vom Jahre 1866—1868 die Zahl von 65.000 Krü
gen und wurde hiedurch der Absatz der Marienbader Quellen nach
Bussland auf ein Minimum reducirt. Es gab dieser Vorgang, welchem
gegenüber die Begistrirung der Gewerbsmarke wohl nutzlos, zugleich
den Anstoss zum Zusammentritt der österreichischen Brunnen-
Versendungen (Besitzer und Pächter) in Wien. Diese Conferenz
machte sich die Hebung des Versandt-Geschäftes überhaupt zur Auf
gabe und setzte die Berathungen hierüber, unter Theilnahme ausser-
österreichischer Versender, am 30. October 1868 in Eger und im
darauffolgenden Jahre in Kissingen fort. Auf diesen Conferenzen
bildete neben den zur Begegnung der Concurrenz künstlicher Mineral-
Wässer einzuleitenden Schritten die Frage über die Versendung in
Glasflaschen oder Thonkrügen, die Tarifirung von Seite der Bahn-
Verwaltungen Hauptgegenstände der Berathung. Neben der Herab
setzung der Frachtsätze auf Mineralwässer, wurde die verbesserte
Versendungs-Methode als wünschenswert bezeichnet, und ein grosser
Theil der Quellen-EigentbÜrner bequemte sich zur Versendung in
Glasflaschen, wenn auch nur auf Verlangen der Verschleisser. Letz
teres muss umsomehr als ein Fortschritt bezeichnet werden, da sich
die gebrannten Thonkrüge, weil nicht gehörig ausgebrannt, auch
nicht immer wasserhaltend erwiesen.
Die Mineralwässer finden ihren Absatz über die Provinzen des
österreichischen Kaiserstaates hinaus nach allen Staaten des Con-
tinents, vorzugsweise aber nach Deutschland, Polen, Bussland. Die
jenigen Quellen, welche, abgesehen von ihrer mediciiiischen Wirkung,