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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Sofort entstanden nun im österreichischen Kaiserstaate mehrere 
Dampfmühlen, wovon nur die eine in Ebenfurth für den Wiener Platz 
als Concurrentin maassgebend war; dennoch behaupteten sich die 
Wiener Wassermüller vollständig neben ihren beiden grossen Riva- 
linnen, der Wiener und Ebenfurther Dampfmühle. 
Indem wir der Jahre 1850 bis 1867 gedenken, zeigt sich uns 
der Uebergang der Nassmahlerei zur trockenen Mehlbereitung als 
das wichtigste Ergebniss. Hiedurch wurde unserem Producte eine der 
besten Eigenschaften angefügt, die Haltbarkeit auf lange Dauer. 
In diesem Zeiträume wurde auch der grossartige Mühlenbau in 
Ungarn, Pest-Ofen, durchgeführt. Staunend und zugleich bangend 
richtete sich der Blick unserer Mühlen - Industriellen nach Trans- 
leithanien; jedoch der Muth, der kalte ruhige Blick des Geschäfts 
mannes verliess sie nicht, alle Kräfte wurden zusammengerafft und 
die enorme Concurrenz ehrenvoll bestanden. 
So fand man oft die österreichischen und ungarischen Mahl- 
Producte zugleich verfrachtet auf allen Eisenbahnen des Continentes, 
auf den Canälen Hollands, sowie auf der Themse und dem Weltmeere. 
Roman Uhh 
Brodbereitung. 
Wenn wir die Geschichte der Bäckerei *) vor mehr als einem 
Jahrhundert beginnen, so finden wir dieses Gewerbe sowie viele andere 
dem strengsten Satzungszwange nicht blos in Wien, sondern auch im 
ganzen österreichischen Kaiserstaate unterworfen. Die Verordnungen 
der Behörden, die Verfügungen des Zechmeisters (Vorstehers) waren 
allein maassgebend für iedes Mitglied der Zunft; ja selbst die geist- 
*) Für die Genauigkeit der angeführten Daten bürgen uns die Gedenk- 
Bücher der Wiener Bäeker-Genossenschaft, welche bis in das Jahr 1452 
zurückreichen. Dieselben werden in der historischen Ausstellung der Stadt 
Wien ein glänzendes Zeugniss geben von dem Sammelsinne und der Ord 
nungsliebe unserer Vorfahren. 
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