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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Die Filtration wurde mit Hilfe der Chemie vervollkommnet und 
durch Anlage rationeller Filter besserer Saft erhalten, an Stelle der 
Hailette’sehen Pfanne trat der Robert’sche Yerdampf-Apparat für 
Dünnsaft und das Vacuum für Dicksaft, die Bodenarbeit wurde ver 
vollständigt, — kurz in einer Weise fortgeschritten, dass der Rüben 
zucker mit dem besten Colonial-Zucker den Vergleich aushält und 
letzterer in Folge dessen aus Oesterreich ganz verdrängt worden ist. 
Die neuesten Erfindungen auf dem Gebiete der Zucker-Industrie 
sind die continuirliche Diffusion Julius Robert’s, das Decken des 
Zuckers in der Centrifuge mit Dampf, um welche Yerfahrungsweise 
sich J. Schröder in Pecek besondere Verdienste erworben hat, das 
Sebor’sche Verfahren der Zuckergewinnung aus Melasse u. a. m., 
über welche Methoden einer späteren Zeit das endgiltige Urtheil Vor 
behalten bleibt. 
Bei Betrachtung der hauptsächlich durch Danek in Prag ein 
gerichteten Mährischen und Böhmischen Diffusions-Fabriken, der 
Lundenburger Raffinerie, welche über 300.000 Centner Rohzucker 
jährlich verarbeitet (unter der technischen Leitung von R. Schorisch 
und der administrativen von A. Skene), ferner der Nagy-Suranyer 
Rohzucker-Fabrik und Raffinerie von Gerson & Lippmann, wird sich 
jedemOesterreicher das stolze Gefühl aufdrängen, dass solche Etablis 
sements sowohl was Leistungsfähigkeit als auch Eleganz der Einrich 
tung betrifft, auf dem europäischen Continent ihres Gleichen suchen. 
Dass bei so eifrigen Bestrebungen der lohnende Erfolg nicht 
ausbleiben konnte, ist wohl selbstverständlich, und wird ziffermässig 
durch die auf der folgenden Seite beigefügte statistische Tabelle 
erwiesen, welche als der richtige Maassstab des heutigen Umfanges 
der österreichischen Zucker-Industrie dienen mag. 
Wie aus dieser Tabelle hervorgeht, hat sich die Zal der Rüben- 
Zucker-Fabriken in Oesterreich vom Jahre 1835 bis zur Campagne 
1871—72 von 17 auf 251 vermehrt, also nahezu auf das Fünfzehn- 
fache, die verarbeitete Rübenmenge von 374.000 auf nahe 31 '/ a Million 
Zollcentner gesteigert, während die Intensität des Betriebes im gleichen 
Maasse zunahm und die Einfuhr von Colonial-Zucker bereits so gut 
wie ganz ausgeschlossen erscheint.
	        
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