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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Industrie-Zweiges im Jahre 1809 von weiland Seiner Majestät Franz I. 
in den Eitterstand erhöhen wurde und Johann Oman, welcher mit 
diesem Artikel schon vor 100 Jahren die Senegaglier Messe besucht 
hatte, da Senegaglia zu jener Zeit der Haupt-Stapelplatz für diese 
Waare gewesen ist. Erst später entwickelte sich der Handel mit 
Holland, von wo die weissen Eosshaare bezogen wurden. 
Später übernahm Anton Locker in Krainburg die Fabrik von 
Johann Oman in Strazise, Eitter von Pagliaruzzi aber überliess das 
Geschäft im Jahre 1830 seinem jüngeren Sohne Michael, welcher 
bereits mehrere Jahre seinem Vater in diesem Fabriks-Betriebe an 
der Seite gestanden ist. 
Schon früher haben auch Anton Globotschnig in Strazise und 
Caspar Kandutsch ihre Sieb-Fabrication begonnen. Vom letzteren 
übernahm sie später Caspar Preuz, von Anton Locker ging sie an 
seine beiden Söhne, die Gebrüder Locker über, welche im Jahre 1840 
auch die Fabrik des anderweitig viel beschäftigten Herrn Michael 
von Pagliaruzzi übernommen haben. 
Im Jahre 1867 war dieser Industrie-Zweig in den Händen dreier 
Fabriks-Besitzer, nämlich: Anton Globotschnik, Primus Hudovering, 
welcher die Fabrik des Caspar Preuz im Jahre 1857 übernahm, und 
Johann Benedig. Nebst diesen gibt es noch kleinere Firmen, welche 
sich jedoch mehr mit dem Handel von Eosshaar-Sieben und Eollhaaren 
(Matratzen und Möbel-Eosshaar) beschäftigen, als mit der eigent 
lichen Fabrication. 
In Krainburg und den naheliegenden Ortschaften werden erzeugt: 
Eosshaar-Siebe (seit dem Bestehen dieser Industrie, jedenfalls seit 
dem 16. Jahrhundert), Eosshaar-Stoffe zu Möbel-Ueberzügen (vom 
Ende des vorigen Jahrhunderts bis ungefähr 1830), Cravaten (seit 
1830 bis in die gegenwärtige Zeit) und in der neuesten Zeit auch 
Gewebe für Damenhüte, jedoch nur gegen Bestellung. 
Das in Büscheln einlangende Eosshaar muss gereiniget, über- 
bunden, gewaschen und getrocknet, gehechelt, gezogen, ausgeklaubt, 
nötigenfalls gefärbt werden, dann erst kommt es an den Webestuhl. 
Die Färbung erfolgte in erster Zeit mit Eothholz und Berberizen- 
Holz durch die Weber selbst. Die Siebe hatten keine bestimmten
	        
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