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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Woll-Artikel  mittlerer  und  gröberer  Gattung  beschränkt.  Im  Jahre
1816  waren  neben  einer  Strickwaaren-Fabrik  (Fellner)  nur  noch  fünfundzwanzig ­
  Meister  thätig,  welche  aber  meistens  auf  Stühlen  arbeiteten. ­
  Hingegen  war  die  Strickerei  als  Haus-Industrie  im  Y.  0.  M.  B.
(Zwettl),  in  einigen  Kreisen  Böhmens,  in  Salzburg  (Hallein),  in
Tirol  (Schwaz  und  Hall),  in  Vorarlberg  (Montafon)  und  in  Siebenbürgen ­
  (Kronstadt,  hier  mit  drei  Nadeln)  verbreitet.  Gestrickt
wurden  wollene  und  baumwollene,  ganze  und  halbe  Strümpfe,  Handschuhe, ­
  Schlafmützen,  Häubchen,  Beutel,  Herren-  und  Frauen-Leibchen,
  Böcke,  Beinkleider.  Westen,  Hosenträger,  Strumpfbänder,
Uhrbänder  etc.,  wozu  als  Schmuck  Hasenhaare,  Perlen  und  Stifte
aus  Stahl  und  Glas  und  anderer  Flitter  verwendet  wurden.
Der  Handel  mit  gestrickter  Waare  war  nicht  unbedeutend,  es
wurden  die  meisten  Märkte  in  Oesterreich  beschickt  und  gute  Preise
erzielt;  so  zahlte  man  beispielsweise  für  das  Dutzendpaar  feinere
weisse  Frauenstrümpfe  im  Jahre  1820  in  Wien  10  fl.  C.  M.  Seit
längerer  Zeit  haben  sich  die  Stricker  unter  die  Strumpfwirker  eingereiht ­
  und  die  Handstrickerei  und  Häkelei  wird  nur  mehr  für  gewisse
Mode-Artikel  (Shawls,  Hauben.  Krügen,  Tücher,  Ohren-  und  Taillen-Wärmer,
  Aermel,  Handstützehen,  auch  Schnüre,  Börteln  etc.)  als
Hausarbeit  von  Frauen  und  Mädchen  betrieben.
Die  langsame  Arbeit  des  Strickens,  welche  nur  kärglichen  Verdienst ­
  einbrachte,  konnte  den  Bedürfnissen  des  Marktes  nicht  entsprechen. ­
  Man  strebte  deshalb  darnach  die  Arbeit  der  Hand  durch
eine  Maschine  verrichten  zu  lassen.  Die  Wirk-Maschine,  welche  in
ihren  Anfängen  äusserst  einfach,  erzeugt  heute  in  vielfach  veränderter
Gestalt  Artikel,  welche  vordem  nicht  einmal  dem  Namen  nach  bekannt
waren.  William  Lee  in  Cambridge  soll  1589  den  ersten  Strumpf-Strickstuhl
  oder  wie  er  später  genannt  wurde  Strumpfwirker-Stuhl
erfunden  haben.  Steht  auch  die  gewirkte  Waare  in  mancher  Beziehung ­
  der  Handstrickerei  nach,  so  ist  doch  die  schnellere,  egalere  und
billigere  Herstellungsweise  der  Wirkwaare  für  diese  ausschlaggebend.
Die  Strumpfwirker  bildeten,  wie  bereits  oben  erwähnt,  Zünfte.
Es  wurden  ihnen  einige  Artikel  zur  ausschliesslichen  Erzeugung  überlassen ­
  und  sie  theilten  sich  mit  den  Strickern  in  die  verschiedenen
            
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