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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

Röcke mit Astrachan und anderen Pelzgattungen zu füttern und zu 
verbrämen. 
Nebstbei kamen Teppiche von Pelz in Mode, welche aus den 
schönsten Pellen von Löwen, Eisbären, Tigern, Leoparden, Ameisen 
bären, Wölfen und Füchsen nach der Natur gemacht mit sehr schöner 
Montirung versehen und auch von schönen, farbigen Pelzstücken 
nach architektonischen Zeichnungen kunstvoll zusammengestellt 
wurden. Durch diese besonderen Leistungen hat sich auch der 
Export gehoben, so dass fertige Pelzwaaren nach Rumänien, beson 
ders nach Jassy und Bukarest, ebenso auch nach Italien im Werte 
von 100.000 fl. alljährlich versendet werden. 
Während die obgenannten Damenmoden etwas nachliessen, fing 
man an, Damen-Paletots längerer Form von Sammt und Seide zu 
tragen, dieselben wurden mit dem feinsten Pelzwerk breit verbrämt 
und dazu trug man Muffe von mittlerer Grösse, der Preis dieser 
Pelze sammt Muff variirte zwischen 200—2000 fl. Im Jahre 1865 
begann man die Damenpelze kürzer zu tragen, zugleich kamen die 
Pelzjacken und Muffe von Astrachan, Persianer Silskin in die Mode, 
die Jacken wurden mit Fehb auch und Fehrücken gefüttert, und zu den 
Pelzjacken verbrauchte man alljährlich an Astrachan 200.000 Stück. 
Nun wurden auch die Damen-Winterkleider verbrämt und die 
selben mit russischem, amerikanischem Zobel, Blau- und Silberfuchs, 
Edelmarder, Nerz, Skunks, Seemöven und Chinchillas besetzt, ein 
solches Kleid kostete 150—3000 fl. 
Die Herrenpelze wurden nun allgemein modern, dieselben haben 
das Futter und die Verbrämung von gleichen Fellen, d. i. von Zobel, 
Edelmarder, Nerz, Biber und Bisam. Die jetzt beliebtesten Pelze 
sind mit Seeottem verbrämt und mit Silkins (gefärbtem Seehund) 
gefüttert. 
Die Reisepelze wurden durch den grossen Bahnverkehr allge 
meines Bedürfuiss, besonders gesucht sind Schoppenpelze (Wasch 
bärenfelle) und dazu werden alljährlich 10.000 Felle verbraucht, die 
gangbarste Sorte ist aber von Tuch mit Siebenbürger Lammfellen 
gefüttert und mit Schoppen verbrämt, wovon eine grosse Anzahl zum 
Verkaufe gebracht werden.
	        
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