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Prägen und Stechen der Nähnadeln, 1860 eine Nähnadel-Schleif-
Maschine von Carl Schleicher in Schönthal, welche die Arbeiter
dieser ungesunden Verrichtung enthebt, endlich 1862 eine zu Ham
burg selbst erfundene Nähnadel-Feilmaschine, welche seitdem auch
im Auslande ihren Weg gemacht hat.
Die geschmiedeten Nägel, in der zweiten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts ausschliesslich im Gebrauche, sind heute durch die
unwiderstehliche Concurrenz der aus Blech, Band-Eisen oder Drat
mittelst Maschinen erzeugten Nägel bis auf wenige Specialitäten,
insbesondere Sparren-, Plattkopf- und Hufnägel fast vollständig ver
drängt.
Der geistige Urheber der ersten Nägel-Maschinen scheint Fidelis
Schmidt, Uhrmacher in Graz, gewesen zu sein, während das Verdienst
der Durchführung, welche damals viel Muth und Ausdauer erfordern
mochte, dem Franz Schafzahl inGraz gebührt, der 1815 ein Privilegium
auf derlei Maschinen zur Anfertigung von Nägeln aus Flach-Eisen
oder Blech-Streifen erhielt.
Das Spitzen derselben, ursprünglich eine selbständige Operation,
wurde vorübergehend durch einerseits geschärfte Nägel-Schienen,
dauernd durch das Schneiden der Schäfte in Keilform, erspart. Die
Scheeren wurden mit Wasserkraft betrieben, die Köpfe zuerst mit
dem Hammer, später auf Schrauben-Spindel-Pressen gemacht.
1834 begann Dostal in Wien in Verbindung mit Wurm, dem
Erfinder der betreffenden Maschinen, die Erzeugung zweilappiger
Nägel mit sogenannten Flügelköpfen.
J. Demarest begründete im Jahre 1840 zu Wien die Fabrication
von Nägeln aus flachen Eisen-Streifen mittelst Maschinen nach fran
zösischem Muster, welche bei jeder Tour einen fertigen Nagel liefern
und wobei sich die Handarbeit auf die Zuführung und Wendung des
Eisen-Streifens beschränkt.
Nebst diesen in allen neueren Fabriken verwendeten Maschinen
sind auch die älteren Verfahrungsweisen noch immer im Gebrauch.
1854 brachte die Firma J. C. Machanek & Co. aus England
ganz selbstthätige Maschinen zur Erzeugung der Absatz- und Sohlen-
Stifte, welche deren 5 bis 6 per Tour abschneiden.