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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Prägen und Stechen der Nähnadeln, 1860 eine Nähnadel-Schleif- 
Maschine von Carl Schleicher in Schönthal, welche die Arbeiter 
dieser ungesunden Verrichtung enthebt, endlich 1862 eine zu Ham 
burg selbst erfundene Nähnadel-Feilmaschine, welche seitdem auch 
im Auslande ihren Weg gemacht hat. 
Die geschmiedeten Nägel, in der zweiten Hälfte des vorigen 
Jahrhunderts ausschliesslich im Gebrauche, sind heute durch die 
unwiderstehliche Concurrenz der aus Blech, Band-Eisen oder Drat 
mittelst Maschinen erzeugten Nägel bis auf wenige Specialitäten, 
insbesondere Sparren-, Plattkopf- und Hufnägel fast vollständig ver 
drängt. 
Der geistige Urheber der ersten Nägel-Maschinen scheint Fidelis 
Schmidt, Uhrmacher in Graz, gewesen zu sein, während das Verdienst 
der Durchführung, welche damals viel Muth und Ausdauer erfordern 
mochte, dem Franz Schafzahl inGraz gebührt, der 1815 ein Privilegium 
auf derlei Maschinen zur Anfertigung von Nägeln aus Flach-Eisen 
oder Blech-Streifen erhielt. 
Das Spitzen derselben, ursprünglich eine selbständige Operation, 
wurde vorübergehend durch einerseits geschärfte Nägel-Schienen, 
dauernd durch das Schneiden der Schäfte in Keilform, erspart. Die 
Scheeren wurden mit Wasserkraft betrieben, die Köpfe zuerst mit 
dem Hammer, später auf Schrauben-Spindel-Pressen gemacht. 
1834 begann Dostal in Wien in Verbindung mit Wurm, dem 
Erfinder der betreffenden Maschinen, die Erzeugung zweilappiger 
Nägel mit sogenannten Flügelköpfen. 
J. Demarest begründete im Jahre 1840 zu Wien die Fabrication 
von Nägeln aus flachen Eisen-Streifen mittelst Maschinen nach fran 
zösischem Muster, welche bei jeder Tour einen fertigen Nagel liefern 
und wobei sich die Handarbeit auf die Zuführung und Wendung des 
Eisen-Streifens beschränkt. 
Nebst diesen in allen neueren Fabriken verwendeten Maschinen 
sind auch die älteren Verfahrungsweisen noch immer im Gebrauch. 
1854 brachte die Firma J. C. Machanek & Co. aus England 
ganz selbstthätige Maschinen zur Erzeugung der Absatz- und Sohlen- 
Stifte, welche deren 5 bis 6 per Tour abschneiden.
	        
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