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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Giesserei  verarbeitet  grosse  Quantitäten  dieses  Metalles,  ebenso  die
grösste  Sarg-Fabiik  Europa’s  von  A.  M.  Beschorner  in  Wien*),  welcher
blos  für  Särge  über  10.000  Centner  Zink  in  Blechform  und  zu  ornamentalem ­
  Guss  verbraucht.
Sämmtliche  Strassen-Namen-  und  Haus-Nummern-Tafeln  in
Wien,  und  in  vielen  Provinz-Städten  sind  von  Zink-Guss  (Michael
Winkler  in  Wien),  Uhrenkästen,  Lampenfüsse  und  vielerlei  andere
Objecte  werden  heute  aus  diesem  Metall  gemacht  und  broncirt  oder
galvanisch  vergoldet.
Die  Zinn-Giesserei  und  alle  damit  zusammenhängenden
Gewerbe  werden  in  Oesterreich  schon  seit  mehr  als  einem  Jahrhundert
betrieben.  In  der  zweiten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  wurde  in
Böhmen  Staniol  (Zinn-Folie)  durch  Hämmern  gewonnen,  welche
Methode  später  auch  in  England  eingeführt  wurde,  um  darauf  durch
das  Walzen  verdrängt  zu  werden.
Auch  die  Bleiwaaren-Fabrication  ist  in  Oesterreich  seit  langer
Zeit  vertreten.  In  den  Jahren  1820  und  1824  wurde  zu  Kottingbrunn
in  Nieder-Oesterreich  eine  Bleiwaaren-Fabrik  durch  Bitter  v.  Bohr,
Bleibergwerks-Besitzer  zu  Bleiberg  in  Kärnten,  angelegt,  daselbst
wurden  Bleibleche  und  Blei  -  Folien  in  den  grössten  Dimensionen
gewalzt.
Die  ersten  Bleirohre  vom  kleinsten  Caliber  (6'")  bis  zum
Durchmesser  von  72  Linien,  wurden  mittelst  hydraulischer  Pressen
auf  kaltem  Wege  erzeugt;  diese  Maschinen  werden  noch  heute  füi
Bleirohre  durch  den  Fabriks-Besitzer  G.  v.  Winiwarter  in  Gumpoldskirchen ­
  benützt.
Carl  Kohn.

*)  Diese  Särge  werden  nach  der  Türkei,  Egypten,
Italien  und  Deutschland  exportirt.

Russland,  Spanier,

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