385
Giesserei verarbeitet grosse Quantitäten dieses Metalles, ebenso die
grösste Sarg-Fabiik Europa’s von A. M. Beschorner in Wien*), welcher
blos für Särge über 10.000 Centner Zink in Blechform und zu ornamentalem
Guss verbraucht.
Sämmtliche Strassen-Namen- und Haus-Nummern-Tafeln in
Wien, und in vielen Provinz-Städten sind von Zink-Guss (Michael
Winkler in Wien), Uhrenkästen, Lampenfüsse und vielerlei andere
Objecte werden heute aus diesem Metall gemacht und broncirt oder
galvanisch vergoldet.
Die Zinn-Giesserei und alle damit zusammenhängenden
Gewerbe werden in Oesterreich schon seit mehr als einem Jahrhundert
betrieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in
Böhmen Staniol (Zinn-Folie) durch Hämmern gewonnen, welche
Methode später auch in England eingeführt wurde, um darauf durch
das Walzen verdrängt zu werden.
Auch die Bleiwaaren-Fabrication ist in Oesterreich seit langer
Zeit vertreten. In den Jahren 1820 und 1824 wurde zu Kottingbrunn
in Nieder-Oesterreich eine Bleiwaaren-Fabrik durch Bitter v. Bohr,
Bleibergwerks-Besitzer zu Bleiberg in Kärnten, angelegt, daselbst
wurden Bleibleche und Blei - Folien in den grössten Dimensionen
gewalzt.
Die ersten Bleirohre vom kleinsten Caliber (6'") bis zum
Durchmesser von 72 Linien, wurden mittelst hydraulischer Pressen
auf kaltem Wege erzeugt; diese Maschinen werden noch heute füi
Bleirohre durch den Fabriks-Besitzer G. v. Winiwarter in Gumpoldskirchen
benützt.
Carl Kohn.
*) Diese Särge werden nach der Türkei, Egypten,
Italien und Deutschland exportirt.
Russland, Spanier,
25