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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Der sogenannte „Stecher“ wurde im Jahre 1543 zu München 
erfunden, dagegen soll die Anfertigung gezogener G-ewehrläufe eine 
Erfindung des Wiener Büchsenmachers Kaspar Zöllner sein. 
Welchen Antheil österreichische Meister an der Aufnahme der 
zwischen 1630 uud 1640 erfundenen Feuerstein- oder Batterie- 
Schlösser haben, lässt sich bestimmt nicht angeben. 
Die erste Construction der Percussions- oder Pistongewehre 
durch den schottischen Büchsenmacher Forsith fällt in das Jahr 1807, 
dieselbe gewann jedoch erst an Bedeutung und Anwendung, als durch 
den Engländer Josef Eggs das Kupfer-Zündhütchen erfunden wurde. 
In neuerer Zeit kommen auch bei den Jagd-Feuergewehren die 
Hinterlad-Einrichtungen mehr und mehr in Anwendung; — es wäre 
jedoch ein Irrthum, wenn man von der Ansicht ausgehen wollte, 
dass diese Hinterlad-Feuerwaffen, sowie dieBepetitions-Gewehre eine 
Erfindung der neueren Zeit sind. In allen grossem Waffensamm 
lungen finden sich aus dem 16. und 17. Jahrhundert Hand-Feuer- 
Waffen mit Hinterlad- oder Kepetitions-Einrichtungen von mannig 
faltiger Construction vor. 
Die Erzeugung und Verwendung damascirten Stahles zur Anfer 
tigung von Gewehr-Läufen wurde in den dreissiger Jahren des neun 
zehnten Jahrhunderts durch Ferdinand Kidler in Spital am Pyhrn, 
durch Ferdinand Fruwirth und viele Andere zu besonderer Vollkom 
menheit gebracht. 
Auch die Leistungen mancher Wiener Schwertfeger (z. B. 
J. H. Haussmann) erfreuten sich in jener Zeit eines solchen Bufes, 
dass Bestellungen aus Deutschland keine Seltenheit waren. 
Johann Nicolaus Dreyse aus Sömmerda bei Erfurt, stellte das 
erste Zündnadel-Gewehr nach siebenjährigen Versuchen im Jahre 
1827 her. Dermalen jedoch werden sowohl Präcisions- als auch 
Schrot - Gewehre nach verschiedenen Systemen mit Hinterlad-Ein 
richtungen construirt, unter denen sowohl für das Scheibenrohr als 
auch für das Jagdkugel-Gewehr das österreichische System Wörndl' 
einen hervorragenden Wert hat. 
Es würde viel zu weit führen, wollte man nur den Versuch 
machen, die Namen jener österreichischen Waffenschmiede und 
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