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hat F. Schönthaler das Verdienst, die erste, erfolgreiche Anregung
gegeben zu haben.
Das Vergolden und damit die Vergolder-Waaren sehen wir bis
zum Jahre 1842 noch auf einer sehr niederen Stufe im Vergleiche
mit dem Auslande. Man vergoldete zwar in Oesterreich schon lange
Zeit, verzichtete jedoch auf Originalität der Form hei den vergoldeten
Waaren; man imitirte Kähmen und andere Objecte, die aus dem
Auslande bezogen wurden, klatschte diese Imitation abermals ab und
so fort bis das Vorbild nicht mehr zu erkennen war. Benedict Kölbel
war einer der Ersten in Oesterreich, welche anfingen, nach selbstständig
entworfenen Zeichnungen zu arbeiten, Modelle für den Beleg
der Kähmen zu verfertigen und dadurch ihren Geschäfts - Genossen
mit gutem Beispiele voranzugehen. Mit besonderem Glücke cultivirte
er den Beleg der Rahmen, Möbel u. s. w., mit aus künstlicher Massa
angefertigten plastischen Ornamenten. Die Modelle oder Matrizen
wurden anfänglich aus Schwefel, Gips, Stein und aus Buchsholz angefertigt,
bis in den Jahren 1849 und 1850 die Galvanoplastik helfend
eintrat, welche jetzt ausschliesslich die Herstellung der Matrizen
besorgt. Konrad Bühlmayer und einige Andere brachten im Vereine
mit Kölbel die Vergolder-Industrie auf eine solche Stufe, dass sie
heute den Vergleich mit dem Auslande nicht zu scheuen braucht.
Im intimsten Zusammenhänge mit der Möbel-Industrie steht die
Werkzeug-Fabrication. Nicht immer entsprach die Beschaffenheit
unserer Tischler-Werkzeuge, der Vorzüglichkeit des Materiales für
die Verfertigung derselben und dem ehrwürdigen Alter der Herstellung
von Werkzeugen in Oesterreich überhaupt. Wenn die Bezeichnung
steirische Mondsäge, steirischer Bohrer zu der Annahme berechtiget,
dass diese heute noch als vorzüglich anerkannten und altenWerkzeuge
österreichischen Ursprunges sind, so hätte am Anfänge dieses Jahrhunderts
die Herstellung der Werkzeuge wohl eine entwickeltere sein
sollen. Man war um diese Zeit noch so weit zurück, dass sich der
Tischler die Holz-Bestandtheile der Werkzeuge selbst anfertigte und
die Klinge hiezu beim nächsten Zeugschmied bestellte; von einer
eigentlichen Werkzeug-Fabrication konnte demnach nicht die Bede
sein. Im Jahre 1820 entstand indessen die erste österreichische