427
dieBraunkohlen-Feuerung in Verwendung. In Davidsthal hei Falkenau
wurde dieselbe auch für die Spiegelglas-Erzeugung zuerst mit Erfolg
versucht. Erst in den sechziger Jahren fand in der Teplitzer Gegend
bei Anlagen von Tafel-Glas-Fabriken die Braunkohlen-Feuerung
Nachahmung. Anton v. Stark war auch der Erste, der das Generativ-System
bei der Glas-Erzeugung anwendete, zu den ersten Versuchen
inBeichenau eine eigene grossartige Anlage erbaute und nach langjährigen
grossen Opfern endlich vollkommene Einrichtungen fand,
welche nun aümälig für die ganze Erzeugung Gemeingut geworden.
Die Kohlen-Ersparniss beträgt dabei 50%; statt der verkäuflichen
Kohle kommen nur Kohlen-Abfälle in Verbrauch. Die Production
ist durch schnelleres Schmelzen gesteigert. Die Streckung
des Tafel- und Spiegel-Glases mit Gas ist gelungen durchgeführt,
und das bisher zur Streckung erforderliche Holz (ca. 6000 Klafter
auf 11 Oefen) ganz in Ersparung gebracht. Die vollständige Durchführung
der Methode, mit Kegenerativ-Oefen zu schmelzen, erscheint
somit als ein wesentlicher Fortschritt*).
Nachdem es den rastlosen Bestrebungen Simon Frank’s von
Nürnberg gelungen war, im Anfänge unseres Jahrhunderts die halbverschollene
Kunst der Glas-Malerei neu zu beleben, fand dieselbe
auch in Oesterreich wieder Pflege und viele Kunstwerke dieser
Kategorie zeugen für den Erfolg, mit welchem auch dieses Gebiet
besonders in neuerer Zeit betreten wurde. Wir erinnern hier an
Karl Geyling in Wien, welcher in vielen Kirchen des In- und Auslandes
durch seine Glas-Malereien sich ein Denkmal gesetzt; wir
erinnern an die Tiroler Glas-Malerei-Anstalt in Innsbruck (errichtet
im Jahre 1861 von Georg Mader), an Josef v. Stadl, und Albert
*) Die Erzeugung an Tafel-Glas in Reichenau auf drei Oefen beträgt
91.000Bund, in Tremeisna und Radnitz im Pilsner Kreise aber auf sechs Oefen
(ganz auf Gas eingerichtet) 200.000 Bünde oder ä 20 Pfund per Bund die
Summe von 58.000 Centner Tafel-Glas.
Die Spiegelglas-Erzeugung in Davidsthal beträgt circa 200.000 Stück
verschiedener Grösse.
Der Wert der Glas-Erzeugnisse beträgt im
Egerer Kreis circa fl. 370.000 ö. W.,
Pilsner Kreis r r 600.000 „
Summa fl. 970.000 ö. W.