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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Es  können  diese  Thatsachen  nur  mit  Befriedigung  begrüsst,  es
kann  aus  denselben  die  Beruhigung  geschöpft  werden,  dass  diese
Gewerbs-Zweige  sich  weiter  entwickeln,  die  Hilfsmittel  der  Gegenwart ­
  immer  eifriger  ausnützen  und  weitere  Quellen  der  Existenz  und
des  Wohlstandes  schaffen  werden.
Ein  Gewerbe,  welches  in  Wien  und  Umgebung  und  mit  Einschluss ­
  der  in  anderen  Gewerbs  -  Zweigen  ähnlich  Beschäftigten
wenigstens  10.000  Kräften  der  geistigen  und  physischen  Arbeit  ein
lohnendes  Feld  der  Thätigkeit  bietet,  welches  an  diesem  Standorte
allein  jährlich  circa  vierzehn  Millionen  Umsatz  erzielt  und  einen  bedeutenden ­
  Verkehr  mit  dem  Auslande  vermittelt,  darf  auch  die  fortwährend ­
  anwachsende  Concurrenz  nicht  scheuen,  wird  jedoch  dieselbe ­
  auch  nie  übersehen  oder  geringschätzen.
Mögen  die  allgemeinen  und  besonderen  Verhältnisse  einzelne
Artikel  immer  weiter  wegdrängen  vom  Mittelpuncte  des  Verkehres,
so  wird  sich  doch  die  hier  vereinigte  geistige  Kraft  immer  erfolgreich
wehren  können  gegen  die  drohende  Entziehung  der  Existenz-Berechtigung; ­
  mag  sich  die  Spule  immer  mehr  in  die  einsamen  Berge
zurückziehen,  die  Vereinigung  von  Anregung  und  Ausführung  in  der
Stadt  wird  Ersatz  zu  schaffen  wissen,  so  lange  Wissen  und  Können
Geldwert  bleiben.
Ein  Moment  in  den  Verhältnissen  des  Wiener  Drechsler-Gewerbes
  muss  besonders  hervorgehoben  werden.  Tausende  von
Hilfsarbeitern  sind  in  demselben  thätig,  aber  nur  wenige  Fabriks-Schlotte
  bezeichnen  die  Stätten  dieses  Gewerbes,  keine  umfangreichen
Arbeits-Kasernen  sind  demselben  erbaut;  in  bescheiden  bürgerliche
Verhältnisse  hat  sich  das  Gewerbe  eingetheilt,  ist  nicht  Fabrik,  aber
doch  Fabrication  geworden;  nahezu  15  Percent  der  Arbeitskräfte
sind  selbständige  Gewerbetreibende.
Es  muss  darauf  hingewiesen  werden,  dass  andere  Industriezweige ­
  in  Folge  der  Arbeits-,  Wohnungs-  und  anderen  Verhältnisse
der  neuesten  Zeit  von  Wien  beinahe  verschwunden  sind,  während  das
Drechsler  -  Gewerbe  gerade  hier  ungleich  kräftiger  geworden  ist.
Das  kann  nur  darin  begründet  sein,  dass  das  Drechsler-Gewerbe
verstanden  hat,  sich  den  Bedürfnissen  der  Zeit  anzupassen;  beinahe
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