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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Die  Anfertigung  der  Knöpfe  wird  jedoch  nicht  eigentlich  fabriksmässig
  betrieben,  sondern  fällt  ausschliesslich  in  das  Gebiet  des
Klein  -  Gewerbes.
In  Oesterreich  hat  sich  dieser  Geschäfts  -  Zweig  ziemlich
bedeutend  ausgedehnt,  auch  sind  schon  Versuche  gemacht  worden,
die  Perlmutter-Verarbeitung  in  grösserem  Maassstabe  fabriksmässig
zu  betreiben,  doch  hatten  diese  Versuche  nicht  den  Erfolg,  welchen
die  Unternehmer  davon  erwarteten.  Die  Fabrication  hat  ihren  Sitz
weniger  in  Wien  als  in  den  umliegenden  Ortschaften  Fünfhaus,
Sechshaus,  Kudolfsheim,  Penzing,  Meidling,  Hernals  etc.,  hauptsächlich ­
  aber  in  Ottakring.
Die  bedeutendsten  Abnehmer  sind  die  süd-  und  nord-amerikanischen ­
  Handelsplätze.  Auch  Spanien  hat  darin  nicht  unbedeutenden
Bedarf.  England  und  Frankreich  beziehen  weniger,  da  Birmingham
und  Paris  den  eigenen  Bedarf  dieser  Länder  zu  decken  im  Stande  sind.
Gegenwärtig  kämpft  diese  Industrie  mit  den  fort  und  fort
gesteigerten  Anforderungen  der  Arbeiter  bezüglich  der  Arbeitslöhne
und  es  ist  zu  befürchten,  dass  bei  der  neuerdings  wieder  eingetretenen
bedeutenden  Preissteigerung  der  Knöpfe  der  Absatz  dieses  Artikels
nach  dem  Auslande  gänzlich  aufhören  und  sich  die  Fabrication  dieses
Artikels  nach  anderen  Ländern  mit  billigerer  Arbeitskraft  verlegen ­
  wird.
Das  ost-indische  Perlmutter  ist  hauptsächlich  das  Material  für
feinere  Galanterie-Waaren,  wie  z.  B.  Dosen,  Spielmarken,  Messer-und
Gabelhefte,  Fingerhüte,  Zahnstocher,  Schnallen  für  Damenhüte  etc.,
wird  ausserdem  auch  zur  Montirung  von  Holz-Galanterie-Waaren
und  gewissen  Gattungen  Pfeifenrohren  verwendet.
Auch  diese  Industrie  wird  in  Oesterreich  nicht  fabriksmässig
betrieben  und  fällt  in  das  Gebiet  des  Klein-Gewerbes.  In  Wien  sind
darin  circa  30  mit  150  Gesellen  arbeitende  Meister  des  Nadler-Gewerbes
  beschäftigt.  Der  Export  in  diesen  Artikeln  war  bis  jetzt
von  keinem  Belang,  da  die  Pariser  Klein-Industrie  darin  grosse
Concurrenz  macht.
Elfenbein  nennt  man  im  Handel  zunächst  die  Fangzäh  ne
des  Elephanten.  Doch  werden  im  Allgemeinen  auch  die  Zähne  des
30*
            
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