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Die Verwendung von Stroh als Hadern-Surrogat wurde schon zu
verschiedenen Malen und an verschiedenen Orten versucht. Koops in
Millbank, Piette in Dillingen, Estler in Wien (1815) und vor ihm
Schönfeld, Saurimont u. A. widmeten diesem Surrogate besondere
Aufmerksamkeit und es gelang ihnen auch, Fabricate aus demselben
mittelst besonders construirter Maschinen herzustellen. So lobenswert
diese Versuche indess waren, so haben sie dennoch ebensowenig
als jene von Demant (1856 — 1860) und jene Auer’s (1862—1863)
mit der Faser der Maislisch e, dauernd zu einem praktischen Resultate
geführt, und die Verwendung des Strohes blieb wieder durch längere
Zeit auf die Erzeugung von Pappen, ordinärem Packpapier etc.
beschränkt. In neuerer Zeit haben die unablässigen Bemühungen
einiger Fabrikanten auf diesem Felde dennoch zum erwünschten Ziele
geführt. Das in der Papier-Fabrication vorgeschrittene Belgien hatte
zur letzten Pariser Ausstellung weisse Stroh-Papiere gesendet, welche
allgemeine Anerkennung fanden. Eine neue Strohstoff-Behandlung
wurde vor einigen Jahren in der Thode'sehen Papier-Fabrik zu Hainsberg
eingeführt. Dieselbe wurde von Lorenz Söhne in Arnau für Oesterreich-Ungarn
erworben, und von denselben bereits an einige andere
österreichische Fabriken cedirt, während Andere, wie Piette iu
Komotau das belgische Verfahren cultiviren. Die auf der Grazer
Landes-Ausstellung und im nieder-österreichischen Gewerbe-Vereine
ausgelegten, theils mit Strohstoff-Beimengung, theils aus purem
Strohstoff bereiteten Schreibpapiere der Lorenz’schen Fabrik in Arnau
Hessen an Consistenz und Elasticität nichts zu wünschen übrig. Die
aus ungebleichtem Stroh-Stoff erzeugten feinen Pack-Papiere geben
den englischen aus Segeltuch-Abfällen und feinen Tauen erzeugten
wenig nach und die gefärbten Papiere dieser Gattung übertreffen fast
jene aus Hadern-Stoff.
Wäre demnach für die Herstellung besserer Schreib- und Pack-Papiere
im Stroh ein hinreichend guter Roh-Stoff gefunden, so muss
doch für ordinäre und mittlere Papier-Sorten die Holz-Faser als das
Billigste unter den bewährten Hadern-Surrogaten bezeichnet werden.
Die ersten rationellen Versuche mit diesem Surrogate wurden von
Keller in Hainichen und bald darauf von Voelter in Heidenheim