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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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erfolgten Gründung der Akademie in Ungarisch - Altenburg hatte. Kleyle 
starb — in den Ritterstand erhoben, als Hofrath — zu Wien im Oetober 1854. 
Heinrich Wilhelm Pabst. Es gebietet die Pflicht, auch eines 
Mannes zu gedenken, den Tausende der besten österreichischen Landwirte 
ihren Lehrer nannten, dem sie nicht nur ihre fachliche Ausbildung, sondern 
auch die treue Liebe zu ihrem Berufe danken. 
Heinrich Wilhelm Pabst zu Maar im Grossherzogthum Hessen im 
Jahre 1798 geboren, begann seine landwirtschaftliche Laufbahn als Prak 
tiker auf den Gütern seines Landsmannes, des ausgezeichneten Landwirtes 
und Administrators Georg Freiherrn von Riedesel. Das, was er hier gesehen 
und gelernt, bildete die beste Grundlage seines späteren vielseitigen Wis 
sens, und verlieh fort und fort, bis an sein Lebensende, dem, -was er sagte 
und schrieb, den Reiz und Wert des Praktisch-Erprobten. Sein Wirken 
als Lehrer und später als Leiter des landwirtschaftlichen Institutes in 
Hohenheim, seine Thätigkeit als Schriftsteller, und in dieser Eigenschaft 
namentlich als Verfasser der ausgezeichneten Werke „Anleitung zur Rind 
viehzucht 11 und „Lehrbuch der Landwirtschaft“ verfehlte nicht, auch auf 
die bezüglichen österreichischen Verhältnisse wohlthätigen Einfluss zu üben. 
Dieser sollte sich jedoch erst dann in seiner vollen Entwicklung zeigen, als 
Pabst dem Rufe der österreichischen Regierung folgend, im Jahre 1850 die 
Gründung einer höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Ungarisch- 
Altenburg übernahm. Unter seiner Führung erwarb sich diese auf alter Basis 
aufgebaute Institution in kurzer Zeit einer ungewöhnlichen Theilnahme, 
und nicht nur Oesterreichs Jugend, sondern auch jene des Auslandes drängte 
sich heran, um ihre Wissbegierde zu befriedigen und sich des wohlwollenden 
Umganges zu erfreuen, dessen Pabst seine begabteren und strebsameren 
Schüler würdigte. 
Von jeher ein Freund des Maschinen-Wesens und selbst Constructeur 
verschiedener Instrumente, gründete Pabst während dieser Zeit in Wiesel 
burg eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen und trug dadurch 
wesentlich zur Verbreitung guter Gerätschaften, besonders aber der Drill - 
Säemaschinen bei. 
Im Jahre 1861 änderte sich seine Stellung; er trat als Hofrath und 
Referent für landwirtschaftliche Angelegenheiten in das k. k. Handels- 
Ministerium. Hoffnungsvoll und freudig begrüssten die Landwirte Oester 
reichs diese Ernennung, und gewiss wäre das Vertrauen, das sie in die 
Erfahrung und erprobte Thatkraft dieses Mannes setzten, in noch reicherem 
Maasse gelohnt -worden, als es thatsächlich und in nicht unerheblicher 
Weise geschah, hätte damals an bestimmendem Orte das Bewusstsein von 
der Wichtigkeit und Berechtigung landwirtschaftlicher Interessen auch nur 
zum Theile so lebendige Anerkennung gefunden, wie es endlich gegen 
Schluss der sechsziger Jahre der Fall war. 
Diese Zeit sah Pabst wohl hereinbrechen, allein zur thätigen Antheil- 
nahme an derselben und an den nun folgenden wichtigen Reformen gelangte 
er nicht; er schied noch vor Activirung eines selbstständigen Ackerbau- 
Ministeriums, ausgezeichnet vom Kaiser, aus seiner amtlichen Stellung, aber 
noch fortan thätig eingreifend bei allen gemeinnützigen Unternehmungen. 
Die Vorbereitungen für die auf den Herbst 1868 festgesetzte Wiederkehr 
der von ihm gegründeten Versammlungen deutscher Land- und Forstwirte, 
die er als erster Präsident zu leiten berufen war, Studien über landwirt 
schaftliche Fortbildungsschulen und Casinos, Errichtung von Gesellschaften 
zum Schutze des Landwirtes gegen die ihn zumeist bedrohenden Unglücks 
fälle, dies waren die letzten Acte dieses um Oesterreich hochverdienten 
Mannes, dessen mehr als öOjähriges ausgezeichnetes Wirken auf dem Gebiete 
der Landwirtschaft, der Tod am 10. Juli 1868 ein Ziel setzte.
	        
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