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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Regierung kam in den vierziger Jahren das Project der Theiss-Regu- 
liruiig zu Stande, wozu der berühmte Venetianer Ingenieur Paliocapa 
die Pläne lieferte. Bis zum Jahre 1848 waren 192.000 Joch trocken 
gelegt. Leider gerieth durch die Revolution des Jahres 1848 die 
Arbeit iii Stockung und wurde später nicht in dem Sinne Szecheny’s 
ausgeführt. 
In Krain arbeitet man seit dem Jahre 1819 an der Entwässe 
rung der Moorgründe bei Laibach, zu welchem Zwecke das Flussbett 
der Laibach, und der Gruber’sche Canal vertieft wurden. 
Durch das Bekanntwerden der von dem englischen Ingenieur 
Parkes zur technischen Vollkommenheit gebrachten neuen Entwässe 
rungs-Methode durch Thonröhren, der Drainage, trat auch in Oester 
reich ein Wendepunct in der Landwirtschaft und durch sie in der 
Culturtechnik ein. 
„Grössere und sichere Ernten müssen dem Boden abgewonnen 
werden“, war das Losungswort der Landwirte seit dem Jahr 1848, 
und die Drainage war hiezu ein vorzügliches Mittel. 
Umfangreiche Drainagen wurden ausgeführt auf den Gütern des 
Fürsten Schwarzenberg in Böhmen, des Grafen Larisch in Schlesien, 
des Erzherzogs Albrecht in Galizien, Schlesien und Mähren, in der 
Bukowina auf dem Staatsgute Radautz. 
Um der Drainage eine grössere Verbreitung zu verschaffen und 
auch dem kleinen Landwirte die Möglichkeit zu bieten, Drainagen 
in Ausführung bringen zu können, wurden von einigen Landwirt 
schafts-Gesellschaften Drainage- und Wiesenbau-Ingenieure ange 
stellt — Wien, Graz, Prag, Klagenfurt. — Ebenso haben sich einige 
Gross-Grundbesitzer um die Verbreitung der Drainage grosse Ver 
dienste erworben: Anton Freiherr v. Doblhoff-Dier, Gustav Frei 
herr v. Suttner, Graf Alfons Collalto, Freiherr v. Mandel. — Die 
eminente Wirkung der Drainage war zwar allgemein durch viele 
gelungene Arbeiten bekannt worden, der Ausführung standen jedoch 
noch viele Hindernisse im Wege; — kein Wassergesetz, daher die 
Beschaffung der nötigen Vorfluth oft unmöglich, kein Genossen 
schaftsgesetz. — Erst durch Beseitigung dieser Mängel steht zu 
erwarten, dass die Culturtechnik dem allgemein gefühlten Bedürfnisse
	        
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