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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Zur  selben  Zeit,  1818,  trat  Severin  Zugmayer,  Inhaber  einer
priv.  Leistenstäbe-  und  Handwerkzeugs-Fabrik  zu  Walleg  nächst
Wiener  -  Neustadt  mit  seinen  entschieden  verbesserten  Pflügen  mit
eisernen  geschweiften  Streichbrettern  auf.  Die  von  Zugmayer  ausgedachte ­
  und  vielseitig  durchgeführte  Pflug-Construction  fand  bald  die
Anerkennung  Jordan’s  und  später  jene  Burger’s.  Zugmayer’s  Verdienste ­
  um  die  Verbesserung  des  leider  heute  noch  gebräuchlichen
Landpfluges  mit  flachem  hölzernen  Streichbrette,  verdient  auch  die
Anerkennung  unserer  Zeit,  Zugmayer’s  Pflug  ist  heute  noch,  wenn
auch  mit  einigen  Verbesserungen,  sehr  verbreitet.
Bald  nach  dem  Bekanntwerden  des  Zugmayer’schen  Pfluges
begannen  fast  alle  Dorfschmiede  Nieder-Oesterreichs,  eiserne  Pflüge
mit  gewundenem  Streichbrette  zu  machen.  Insbesondere  hat  der
Dorfschmied  Steindl  in  Hollabrunn  in  Nieder-Oesterreich,  sich  nicht
nur  um  die  Verfertigung,  sondern  auch  um  die  massenhafte  Verbreitung ­
  der  Zugmayer-Pflüge  und  der  Buchadlo’s  verdient  gemacht.
Schon  zu  Ende  des  18.  Jahrhunderts  waren  in  Oesterreich
Versuche  mit  eingeführten  Säemaschinen  angestellt  worden.  Im
Jahre  1818  brachte  Kaiser  Ferdinand  als  Kronprinz  die  Fellenberg'sche
  Säemaschine  von  einer  Keise  aus  der  Schweiz  mit.
Wesentliche  Verdienste  um  die  Construction  und  Anwendung
von  Säemaschinen  erwarb  sich  Vitus  Ugazy,  Strassenbau-Commissär
in  Theresienfeld  bei  Wiener-Neustadt,  welcher  im  Jahre  1818  mit
zwei  neuen  Säemaschinen  liebst  einer  Dibbel-Säemaschine  auftrat.
Dieselben  konnten  sich  allerdings  nicht  bis  auf  unsere  Zeit  behaupten,
Pflüge,  welche  in  die  von  ihnen  aufgeworfene  Furche  gleichzeitig
säeten,  waren  früher  schon  versucht  worden.  Schon  1814  wurde  der
Axter’sche  Säepflug  in  Vösendorf  angewendet.  Später  1824  erfand
Alois  Pach  in  Wien  eine  Pflug-Säemaschine,  durch  deren  Mechanismus ­
  Same,  Zeit  und  Arbeit  erspart  wird.  Wenn  nun  die  Säemaschinen
Ugazy’s  nicht  gänzlich  entsprachen,  weil  es  ihnen  an  der  Vollkommenheit ­
  der  Aussaat  und  an  der  nöthigen  Beweglichkeit  gebrach,  so  verdient ­
  doch  der  Name  Ugazy’s,  der  überdies  eine  brauchbare  Schollenwalze ­
  und  Erntemaschine  erfand,  schon  der  Anregung  in  der  Anwendung
von  Säemaschinen  wegen  unvergessen  zu  bleiben.
            
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