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Im Jahre 1834 trat Professor J. E. Hölbling mit einem neuen
Ackerbau-Systeme auf, in der Absicht, Halm- und Hackfrüchte
zugleich zu bauen, welches er zuerst in Süssenbrunn bei Wien
ausführte. Hölbling, dessen Thätigkeit auf dem maschinellen Gebiete
bis auf unsere Tage reicht, versuchte sich nicht ohne Erfolg in der
Construction einer Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte.
Seine bedeutendste Erfindung ist die auch von Fraas in seiner
„Geschichte der Landwirtschaft“ angeführte ßeihenegge, dann verfertigte
Hölbling das Modell einer Cylinder-Säemaschine, aus der
später unter Kleyle’s Hand die Teschener Kapsel-Säemaschine entstand.
Ebenso beschäftigte er sich mit der Verbesserung des Leitenpfluges
und der Herstellung einer Pferde-Heuharke, eines Hand-Extirpators,
sowie mit der Construction einer verbesserten Heupresse
und eines Drill-Apparates.
Nach und nach entstanden auf den grösseren Gütern Geräte-Fabriken
oder wenigstens Reparatur-Werkstätten, nachdem lange Zeit
hindurch die älteste Ackerwerkzeug-Fabrik von Anton Burg in Wien,
gegründet 1798, allein in dieser Richtung thätig war. Anton
Bur g*) war ungemein rührig, und bemühte sich vielfach um die
Verbesserung der gebräuchlichen Ackergeräte. Im Jahre 1823
veröffentlichte er in den „Oekonomischen Neuigkeiten und Mittheilungen“
Andre’s ein Verzeichniss der bei ihm käuflichen landwirtschaftlichen
Maschinen und Modelle. Wir heben daraus nur jene
hervor, an denen er sich durch wesentliche Verbesserungen Verdienste
erwarb, die Kaiser Franz dadurch anerkannte, dass er ihn zum Hof-Ackerwerkzeug-Fabrikanten
ernannte. A. Burg verbesserte 1820 bis
1825 eine Gypsstreu-Maschine, eine Dreschmaschine, eine Kartoffelschneid-Maschine,
eine Kleeenthülsungs-Maschine, eine Maissäe-Maschine,
einen Heuwender, sowie Mahl- und Schrotmühlen verschie-*)
Geboren zu Sobernheim bei Kreuznach kam Burg 1790 als gelernter
Tischler nach Wien und verlegte sich da auf landwirtschaftliche Maschinen.
DieErfolge in seinemBerufe fanden allgemeine Anerkennung undFörderung,
als eifriges und edelgesinntes Mitglied der Gemeinde Wien und speciell der
„Herrschaft Schaumburgergrund“ stand er inhohem Ansehen. Berufsrichtung
und Bürgersinn vererbte er (er starb am 6. October 1849) seinem jüngeren
Sohn Anton, während sein Erstgeborner Adam nochüberdiess den Ruhm der
Gelehrsamkeit an den Namen Burg knüpfte.