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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Im  Jahre  1834  trat  Professor  J.  E.  Hölbling  mit  einem  neuen
Ackerbau-Systeme  auf,  in  der  Absicht,  Halm-  und  Hackfrüchte
zugleich  zu  bauen,  welches  er  zuerst  in  Süssenbrunn  bei  Wien
ausführte.  Hölbling,  dessen  Thätigkeit  auf  dem  maschinellen  Gebiete
bis  auf  unsere  Tage  reicht,  versuchte  sich  nicht  ohne  Erfolg  in  der
Construction  einer  Anzahl  landwirtschaftlicher  Maschinen  und  Geräte.
Seine  bedeutendste  Erfindung  ist  die  auch  von  Fraas  in  seiner
„Geschichte  der  Landwirtschaft“  angeführte  ßeihenegge,  dann  verfertigte ­
  Hölbling  das  Modell  einer  Cylinder-Säemaschine,  aus  der
später  unter  Kleyle’s  Hand  die  Teschener  Kapsel-Säemaschine  entstand. ­
  Ebenso  beschäftigte  er  sich  mit  der  Verbesserung  des  Leitenpfluges ­
  und  der  Herstellung  einer  Pferde-Heuharke,  eines  Hand-Extirpators,
  sowie  mit  der  Construction  einer  verbesserten  Heupresse
und  eines  Drill-Apparates.
Nach  und  nach  entstanden  auf  den  grösseren  Gütern  Geräte-Fabriken
  oder  wenigstens  Reparatur-Werkstätten,  nachdem  lange  Zeit
hindurch  die  älteste  Ackerwerkzeug-Fabrik  von  Anton  Burg  in  Wien,
gegründet  1798,  allein  in  dieser  Richtung  thätig  war.  Anton
Bur  g*)  war  ungemein  rührig,  und  bemühte  sich  vielfach  um  die
Verbesserung  der  gebräuchlichen  Ackergeräte.  Im  Jahre  1823
veröffentlichte  er  in  den  „Oekonomischen  Neuigkeiten  und  Mittheilungen“ ­
  Andre’s  ein  Verzeichniss  der  bei  ihm  käuflichen  landwirtschaftlichen ­
  Maschinen  und  Modelle.  Wir  heben  daraus  nur  jene
hervor,  an  denen  er  sich  durch  wesentliche  Verbesserungen  Verdienste
erwarb,  die  Kaiser  Franz  dadurch  anerkannte,  dass  er  ihn  zum  Hof-Ackerwerkzeug-Fabrikanten
  ernannte.  A.  Burg  verbesserte  1820  bis
1825  eine  Gypsstreu-Maschine,  eine  Dreschmaschine,  eine  Kartoffelschneid-Maschine, ­
  eine  Kleeenthülsungs-Maschine,  eine  Maissäe-Maschine,
  einen  Heuwender,  sowie  Mahl-  und  Schrotmühlen  verschie-*)

  Geboren  zu  Sobernheim  bei  Kreuznach  kam  Burg  1790  als  gelernter
Tischler  nach  Wien  und  verlegte  sich  da  auf  landwirtschaftliche  Maschinen.
DieErfolge  in  seinemBerufe  fanden  allgemeine  Anerkennung  undFörderung,
als  eifriges  und  edelgesinntes  Mitglied  der  Gemeinde  Wien  und  speciell  der
„Herrschaft  Schaumburgergrund“  stand  er  inhohem  Ansehen.  Berufsrichtung
und  Bürgersinn  vererbte  er  (er  starb  am  6.  October  1849)  seinem  jüngeren
Sohn  Anton,  während  sein  Erstgeborner  Adam  nochüberdiess  den  Ruhm  der
Gelehrsamkeit  an  den  Namen  Burg  knüpfte.
            
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