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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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Durch  die  von  Seite  des  k.  k.  Forstamtes  zu  Neüberg  in  Steiermark ­
  im  Jahre  1863  ganz  neu  erbaute  Steinalpel-Klause,  erscheint  die
Richtung  angedeutet,  in  welcher  der  Klausbau,  insoferne  eine  Holz-Construction
  beabsichtiget  ist,  einer  weitern  Ausbildung  entgegen
zu  führen  ist.
Die  Entwickelung  der  Sägemühlen-Industrie  in  den  österreichischen ­
  Ländern,  und  das  Entstehen  von  wahrhaft  grandiosen  Anstalten
dieser  Art  kann  hier  nur  angedeutet  werden;  —  als  eine  österreichische ­
  Erfindung  müssen  jedoch  die  Schindel-Maschinen  hervorgehoben ­
  werden.  Die  erste  derartige  Maschine  wurde  von  dem
Forstmeister  Vincenz  Hlawa  zu  Datschitz  in  Mähren,  im  Jahre  1828
construirt;  —  sie  wurde  später  von  seinem  Sohne  dem  Forst-Director
Ludwig  Hlawa  wesentlich  verbessert.  Eine  zweite  Schindel-Maschine
mit  einer  von  der  erstem  erheblich  abweichenden  Einrichtung  ist
jene  des  böhmischen  Oberförsters  Gangloff.
Was  die  Massregeln  zur  künstlichen  Waldnachzucht  anbelangt,
so  sind  es  namentlich  die  nordwestlichen  österreichischen  Länder,
welche  durch  ihre  Leistungen  hervorragen.  In  Bezug  auf  Bestandes-Pflege,
  muss  besonders  hervorgehoben  werden,  dass  das  in  neuerer
Zeit  oft  erörterte  Aufästungs-Yerfahren,  schon  im  Jahre  1822  von
dem  böhmischen  Förster  Ratzka  in  rationeller  Weise  in  Anwendung
gebracht  worden  ist.  Im  Hinblick  auf  den,  an  geeigneten  Oertlichkeiten
  hoch  beachtenswerten  Waldfeldhau-Betrieb,  ist  namentlich
auf  die  in  den  ausgedehnten  Piseker  Stadtforsten  seit  30  Jahren
bestehende  Einrichtung  hinzudeuten.
Es  möge  gestattet  sein,  hier  auf  den  Umstand  aufmerksam  zu
machen,  dass  sich  der  in  vieler  Hinsicht  hervorragende  forstliche
Betrieb  in  Süd-Deutschland,  zum  Theile  auf  österreichische  Einflüsse,
nämlich  auf  die  Zeiten  des  Bestandes  der  österreichischen  Vorlande
zurückführen  lässt.  Schon  im  Jahre  1788  errichtete  die  österreichische
Regierung  zu  Freiburg  im  Breisgau  eine  Forstschule,  deren  Entwickelung ­
  nur  durch  die  hereinhrechenden  Kriege  vereitelt  wurde.
Die  Forst-Lehranstalt  zu  Aschaffenburg  wurde  in  den  Jahren
1807  und  1808  durch  den  Erzherzog  Ferdinand,  den  damaligen
Grossherzog  von  Würzburg  gegründet.
            
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