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Christoph Konrad Hunger, war Emailleur und Vergolder; die andere
wichtigere Persönlichkeit war ein Werkmeister und Arcanist, also ein in die
Fabrication, in die Herstellung der Masse Eingeweihter. Die bisherigen Hand
bücher nennen ihn Stöfzel oder Stöbsel, auch Stelzei; das ist irrig: sein
richtiger Name ist nach den Acten Samuel S t e n z e 1. Für freie Wohnung, Equi
page und tausend Thaler Gehalt, welche Du Paquier ihm zusagte, versprach
er nach Wien zu kommen, und er kam auch. Desgleichen kam Hunger.
Mit diesen Männern konnte Du Paquier nun wohl den zur Er
langung eines Privilegiums nöthigen Nachweis liefern, dass man in
Oesterreich Porzellan machen könne; zur Gründung einer Fabrik aber
fehlten ihm die Geldmittel. Diese gewann er durch die Verbindung mit
zwei anderen Männern, dem Hofkriegsagenten Peter Heinrich Zer der
und dem Kaufmanne Martin Peter, zu denen alsdann Hunger als künst
lerischer Leiter gesellt wurde, während Peter die kaufmännische Leitung
führen sollte und Du Paquier sich die Oberleitung vorbehielt. Da sie
den Nachweis der Porzellanfabrication geliefert zu haben scheinen, erhielten
sie bei der Begünstigung, welche Kaiser Karl VI. der Industrie ange
deihen Hess, leicht ein ausschliessliches kaiserliches Privilegium, welches
der Kaiser am 27. Mai 1718 zu Laxenburg Unterzeichnete. Das Privi
legium berechtigte die Inhaber, »die durch ungemeine Wissenschaft, Mühe,
Sorge, Fleiss, Gefahr und Unkosten, ohne dass das Aerar im Geringsten
was dazu vorschiessen durfte, erzeugte fein gemalte, gezierte und auf
allerhand Art verzierte Porzellanmajolika und indianisches Geschirr, Gefäss
und Gezeug, wie solche in Ostindien und anderen fremden Ländern
gemacht werden, allein zu erzeugen und sowohl im Grossen als Kleinen
in den Erbländern zu verkaufen«.
Das Jahr 1718 ist somit das Gründungsjahr der Wiener Fabrik.
Die Errichtung geschah nur acht Jahre nach derjenigen zu Meissen; in
der Zwischenzeit hatte noch keine andere stattgefunden. Das Privilegium
giebt den Unternehmern den ausschliesslichen Betrieb und Vertrieb des
neuen Porzellans nach asiatischer Art, fälschlich indisch genannt, da
Indien in der That kein Porzellan producirte, sondern nur die Handels
vermittlung bildete; es verweigert ihnen aber ausdrücklich die Staatshülfe
und verweist sie auf ihre eigenen Kräfte.
Diese eigenen Kräfte hielten aber nicht lange vor. Der pecuniäre
Erfolg trat nicht sogleich ein und die vorhandenen Mittel erschöpften