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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

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Stücken stark durchscheinende Masse, ausserdem in der Farbe ein häufig 
verwendetes Zinnoberroth von blutigem Tone. Dieses Roth ist auch mit 
die Ursache, dass die farbige Decoration hart und coloristisch roh erscheint, 
was insbesondere bei einigen grösseren Stücken der Sammlung des 
Museums der Fall ist. In diesem Blutroth sind auch die kleinen Genien 
gemalt, welche die bacchischen, in Violett gehaltenen Scenen der oben 
erwähnten Fasse umgeben. Ohne Zweifel, wie auch einzelne Chineserien 
zeigen, ist die erste Ornamentation vom chinesischen oder japanischen 
Charakter ausgegangen; es gab ja keine anderen directen Vorbilder, und 
der Wortlaut des Privilegiums w’eist noch besonders darauf hin. Aber 
wie schon damals die Meissener Fabrik davon abging, so zeigen auch die 
meisten der erhaltenen Wiener Porzellane dieser ersten Epoche vielmehr 
die allgemein herrschende Ornamentation der letzten Zeit Ludwigs XIV. 
und der Zeit unmittelbar vor dem Ausbruche des Rococo. Der Charakter 
ist also mehr europäisch als asiatisch. Unter den Ornamenten ist besonders 
häufig ein leichtes, zierliches Gitterwerk in Gold mit rothen Rosetten auf 
den Kreuzungspunkten. In Verbindung mit dem gemalten Ornament 
findet man nicht selten ein Reliefornament; namentlich ist auch jenes 
Gitterwerk wie aus Stäbchen erhaben zusammengesetzt. Blumen kommen 
zerstreut wie in Gehängen vor und ebenso in Verbindung mit conventio- 
nellem Ornament. Eigentliche Werke der Plastik, Statuetten, Gruppen, 
kleine Büsten oder dergleichen, kennen wir aus dieser ersten Periode nicht. 
Sie bilden ja auch in Meissen erst die zweite Epoche.
	        
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