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absoluten Weisse des Porzellans mit seiner harten Masse strebte; er hätte
mit derselben sich das chinesische und japanische Porzellan, aber nicht
das französische zum Muster oder zur Lehre nehmen sollen.
Auf demselben Standpunkte steht noch im Jahre 1783 Niedermayr
in einem Expose, welches er über die Eigenschaften des Wiener Porzellans
niedergeschrieben hatte. Er findet, dass die Wiener Masse hinter denen
von Meissen und Berlin zurückstehe, weil sie minder transparent und
glasig sei, aus welchem Grunde die Farben minderen Schmelz hätten,
man solle also in Oesterreich nach einer mehr glasigen Erde suchen. Es
ist wohl sehr fraglich, ob er sich damit auf dem rechten Wege befand.
In Bezug auf einen künstlerischen Vergleich zwischen dem Wiener
Porzellan und demjenigen von Meissen und Berlin äussert er sich dahin,
dass er diese beiden Fabriken wohl nicht aus eigener Anschauung kenne:
»indessen sind von Zeit zu Zeit von beiden Fabriken Stücke hierher
gebracht worden, die vortrefflich waren und die, wenn wir sie copirten,
starken Absatz gefunden haben; der Vorzug in Erfindungen und schönen
Formen scheint also auf Seite der ausländischen Fabriken zu sein».
»Unsere Malerei«, fügt er dann weiter hinzu, »kunstmässig betrachtet, ist
gewiss vollkommen, unsere Farben sind schöner und mannigfaltiger als
in irgend einer anderen Fabrik. Man hat mit selben Proben auf beide
ausländische Gattungen gemacht, die vortrefflich ausgefallen sind, und man
kann annehmen, dass, wenn unser Material glasigter wäre, auch die Farben
mehr glänzen, sich besser ausnehmen und weniger abnützen würden.«
Wir entnehmen dem Schriftstücke Niedermayr’s beiläufig die Notiz,
dass der damalige Absatz sich auf ungefähr 100.000 Gulden belief, wovon
20.000 auf das Ausland kamen, während der gesammte in den Magazinen
befindliche Vorrath auf 553.888 Gulden veranschlagt worden. Davon
kommen auf Figuren allein 74.831 Gulden, auf blaues Kaffeegeschirr
(blau unter der Glasur) 26.825 Gulden, ein Umstand, der die Leitung
bewogen hatte von beiden Arten in den letzt vorausgegangenen Jahren nur
weniges machen zu lassen.
Gegenstände der Wiener Fabrik sind aus dieser Epoche, wie auch
der Katalog der Sammlungen des Oesterreichischen Museums ausweist,
noch in grosser Anzahl übrig geblieben. Man trifft sie wohl noch im
alten Familienbesitze und nicht selten im Handel. Es gibt noch vollständige
Speiseservices für eine grössere Tafel mit hundert bis zweihundert verschie-