III. Periode.
Blüthezeit der Fabrik unter Sorgenthal’s Leitung.
1784— i8o5.
n m Jahre 1784 übernahm Baron Konrad von Sorgenthal die
Porzellanmanufactur mit den Freiheiten und Vollmachten, wie sie
Kaiser Joseph im bereits angeführten Schreiben ausgesprochen hatte. Er
konnte sich ohne Vergleich freier bewegen als seine Vorgänger und hatte auch
seinen Antheil vom Gewinne, welcher bereits im Jahre 1786 mehr als 4000
Gulden betrug. Der Gewinn der Fabrik bestand damals in 41.015 Gulden.
Konrad Sorgenthal war im Jahre 1735 zu Nürnberg im Hause
seines Vaters, eines Kaufmanns, geboren, der später nach Wien über
siedelte und sich dort etablirte. Als Kaufmann machte auch der Sohn
in jungen Jahren grosse Reisen durch Holland, England, Italien und
Frankreich. 1759 trat er aber in den Militärdienst und avancirte rasch
zum Rittmeister. Bei Frankfurt an der Oder verwundet und am Arme
gelähmt, suchte er eine Civilanstellung und wurde 1764 kaiserlicher Rath
und Leiter der ärarischen Nadelburger Metallwaarenfabrik. 1767 wurde
er Commerzienrath beim damaligen Commerzconsess und 1772 übernahm
er die Wollenzeugfabrik in Linz und brachte diese Fabrik in blühenden
Zustand. 1773 wurde er zum Hofrath ernannt. Mit jener Fabrik über
nahm er dann auch 1784 die Porzellanfabrik und bald darauf auch die
kaiserliche Spiegelfabrik. Den Adelstand hatte er bereits 1765 erhalten
und in den Freiherrnstand wurde er 1795 erhoben.