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wie an dem Holze Ersparungen machte. Von der Porzellanerde, die in
den bei Passau liegenden Ortschaften auf den Gründen der Bauern ausgegraben
wurde, wanderten jährlich 2000 Fässer, jedes zu drei Centner,
nach Wien. Das Fass, dessen Hälfte bei der Reinigung verloren ging,
wurde den Bauern mit drei bis vier Gulden bezahlt; später aber, als
diese Gegenden an Bayern abgetreten wurden (180g), kam mit Zurechnung
der Mauth der Centner auf zehn Gulden Papiergeld zu stehen. Das
Personal der Filiale zu Engelhardtzell stieg auf 60 Köpfe; in sieben
Brennöfen wurde dort täglich ein Starkbrand gemacht, während die
Wiener Hauptfabrik bei ihren 5oo Arbeitern 35 Brennöfen mit täglich
sechs bis sieben Starkbränden zählte.
Solcher äusserer Erfolg konnte nicht erreicht werden, wenn nicht
zugleich in Bezug auf die Gegenstände, auf die Arbeiten der Fabrik und
ihre Herstellung gleich verständige Grundsätze geherrscht hätten. Sorgenthal
zeigte sich auch hier völlig auf der Höhe seiner Aufgabe. Die gleiche
Fürsorge und Umsicht traf die künstlerische Seite der Fabrik wie die
administrative. Er fasste die Aufgabe seiner Anstalt im höchsten Sinne
auf, wie es nur je von Meissen oder Sevres geschehen, ja sein Nachfolger
ging selbst noch über dieses Ziel hinaus.
Die Fabrik sollte eine wirkliche Kunstanstalt sein, und als solche
nach innen wie nach aussen erscheinen. Kein Stück sollte aus ihr hervorgehen,
welches nicht verziert sei; selbst das einfachste sollte..sich
mindestens durch die Schönheit und Zierlichkeit des »leichten Dessins«
auszeichnen; andere Stücke sollten in Reichthum und Ausführung die
höchsten Anforderungen, die man stellen konnte,, erfüllen. Solchen Anforderungen
durften auch die Preise entsprechen. So wurde beispielsweise
1801 für den Fürsten Kurakin ein Service gemacht, welches 12.000 Gulden
kostete; ein anderes für den Grafen Saurau kostete 65oo Gulden.
Um die Fabrik in künstlerischer Beziehung unabhängig, sich selbst
genügend zu machen, wurde sie zugleich zu einer Art Kunstschule eingerichtet,
in welcher den älteren oder oberen Künstlern die Bildung der
jüngeren oblag. Diese besuchten aber auch die Akademie der Künste, deren
Professoren ihrerseits in der Fabrik erschienen, Unterricht ertheilten, Correcturen
machten und auch wohl den Preis der höheren Kunstarbeiten abschätzten.
Die ganze Malerei war in vier Hauptclassen oder Kunstfächer
eingetheilt, in eine Classe für figürliche oder Historienmalerei und Land-