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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

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Engelhardtzell gehörte, veranlasste nicht blos die völlige Aufhebung 
dieser in mancher Weise so nützlichen Filiale (1810), sondern erschwerte 
und vertheuerte auch die Herbeischaffung der Porzellanerde, für welche 
die Passauer Gegend die Hauptstätte gewesen war. Man war daher 
gezwungen andere Stätten aufzufinden, worauf viel Zeit und Geld ver 
wendet wurde. Man holte sich dann den Ersatz zum Theil aus Böhmen, 
zum Theil aus Ungarn. 
Trotz dieser schlimmen Zeiten waren die Schwankungen in der 
Bilanz der Fabrik nur gering. Nur das Jahr 1809 macht eine Ausnahme 
als besonders ungünstig. Nachdem i5o ihrer Arbeiter, von der Fabrik 
selber ausgerüstet, in den Krieg gezogen waren, hatte sie nach den 
Unglücksfällen viel von Einquartierung zu leiden und gleichzeitig stockte 
der Verkauf. 
Der Waarenabsatz im Jahre 1804 hatte 365.596 Gulden betragen, 
das nächstfolgende Jahr brachte 400.932 Gulden und das Jahr 1806 trug 
trotz der Nachwirkungen des Krieges einen Gewinn von 62.323 Gulden, 
welches bis dahin der höchste Ertrag gewesen war. Im Jahre 1807 stieg 
der Absatz auf 491.000 Gulden, der Gewinn auf 73.401 Gulden, während 
der Gewinn des Jahres 1807 sich auf 74.871 Gulden belief bei einer 
Steigerung des Absatzes um i3.ooo Gulden. Ungünstiger gestalteten sich 
die Jahre 1809 und 1810 und auch das Jahr i8i3. In diesem letzteren 
Jahre betrug der Gewinn immer noch 52.325 Gulden. Im Jahre 1815 
war er wieder auf 74.341 Gulden gestiegen, 1816 sogar auf 84.896. Dies 
war die höchte Summe, die je erreicht worden; das Jahr 1817 zeigte 
bereits einen Abgang, doch war der Gewinn immer noch 74.772 Gulden. 
Die Fabrik hatte bis dahin dem Staate alles in allem einen baaren Gewinn 
von etwa anderthalb Millionen verschafft. 
Von nun an aber ging es rasch abwärts. Im Jahre 1818 betrug 
die Einnahme 163.745 Gulden weniger und der Gewinn nur 31.866, also 
um mehr als die Hälfte weniger, denn im vorausgegangenen Jahre. Das 
Jahr 1819 ergab nur noch ein Mehr von 8744 Gulden, und alsbald darauf 
stand man vor der Nothwendigkeit in der Bilanz ein Deficit einzugestehen, 
welches man durch Minderung der Ausgaben, durch Minderung des 
Personals, durch allerlei Einschränkungen zu decken suchte. 1826 machte 
man statt täglich vier Starkbrände nur noch drei. Das Personal, das in 
der höchsten Blüthezeit im ersten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts
	        
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