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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

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Zeiten nicht ohne Einfluss bleiben. War schon der Tod Grassi’s em 
pfindlich gewesen, so war das Altern und Absterben seiner Genossen 
nicht minder empfindlich. Schon vom Jahre 1815 an macht sich das 
an den Arbeiten der Fabrik geltend. 
Grassi war am Ende des Jahres 1807 aus dem Leben geschieden. 
Sein Tod rief verschiedene Veränderungen hervor. Er war nicht blos 
Modellmeister, sondern auch der eigentliche Vorsteher der ganzen Kunst 
arbeiten gewesen. Als Modellmeister erhielt er unter diesem Titel keinen 
vollgültigen Nachfolger. Die Stelle scheint aufbewahrt zu sein für den 
jungen und talentvollen Johann Schaller, der erst im Dienste der Fabrik 
auf mehrere Jahre nach Italien ging, dann aber nach seiner Rückkehr 
Professor an der Akademie der Künste wurde. Als Modelleur wurde 
Grassi ersetzt durch Elias Hütter, welcher (1808) die Leitung und Ober 
aufsicht der Bossirer für Gruppen, Figuren, Vasen übernahm und damit 
die Oberaufsicht über die Metalldreher, Former und Formgiesser ver 
band. Die Oberaufsicht über alle Geschirrarbeiten erhielt Joseph Rein 
hold. Beide wurden gleichzeitig zu Fabriksmodellirern ernannt. Wegen 
der Ersetzung Grassi’s in der Oberaufsicht der Malerei war man in einiger 
Verlegenheit; es wurde der Professor an der Akademie, Cauzig, mit 
Beibehaltung seiner Professur dazu vorgeschlagen und auch ernannt. 
Obermaler waren damals Johann Weichselbaum für die Figurenclasse, 
Leopold Parmann für die Blumen- und Johann Hirsch für die Dessin- 
classe; Friedrich Reinhold leitete die Vergolderclasse. Unter den sonstigen 
namhaften Künstlern befanden sich Claudius und Lorenz Herr, Johann 
Förstler, Michael Daffinger, Jacob Schufried, Joseph Rieger und der 
Blumenmaler Joseph Nigg. Dieser wurde Nachfolger Parmann’s am 
24. October 1816 als Vorstand der Blumenmalerei. Am längsten von all 
diesen Künstlern diente wohl Elias Hütter der Fabrik. Er war bereits 
als Knabe von dreizehn Jahren in ihren Dienst eingetreten und erst mit 
dem sechsundachtzigsten Jahre trat er in den Ruhestand. Ein Schüler 
Grassi’s, war er zuerst als Fabriksmodellirer, dann als „Modellmeister“ 
dessen Nachfolger für alle Modellirarbeiten geworden. Viele Biscuitbüsten 
sind von seiner Hand.
	        
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