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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

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auf dem höchsten Punkte, da ging —■ merkwürdiger Weise — gerade 
der Anstoss von Wien aus, welcher sie rettete, die eine wie die andere. 
Heute sind sie unter guter Führung, ganz in Einstimmung mit der 
Richtung der Zeit, zu neuer Blüthe erweckt. 
Die Wiener Fabrik dagegen ist und bleibt aufgehoben, aber nicht 
vergessen. Was sie an künstlerischen Dingen hinterlassen hat, sowohl 
an ihren eigenen Werken, darunter eine Anzahl grosser Blumengemälde 
sich auszeichnen, sowie an künstlerischen Sammlungen, an Zeichnungen 
und Modellen, das ist alles in das Eigenthum des Oesterreichischen 
Museums übergegangen, welches somit der Erbe geworden ist. Was sie 
sonst Gutes geschaffen hat, insbesondere ihre Werke aus der Sorgen- 
thalischen und dem Anfänge der Niedermayrischen Periode, das ist heute 
Antiquität geworden, wird gesucht und mit weitaus erhöhten Preisen 
bezahlt. Es hat sogar eine neue Industrie hervorgerufen, eine Fabrication 
von Imitationen und Fälschungen, wie sie Anfangs war, die sich heute 
aber bereits fast zu einem eigenen Zweige der Kunstindustrie empor 
geschwungen hat. Vortreffliche Nachbildungen sind aus der Fabrik des 
alten Moriz Fischer von Herend hervorgegangen, der aber den Stolz 
gehabt hat, seine eigene Marke neben die der Wiener Fabrik zu setzen. 
Nicht so andere. Aus der Hinterlassenschaft der Fabrik, die ausverkauft 
wurde, war eine Menge weisses Porzellangeschirr, das zum Theil ältere 
Formen hat und schon mit der blauen Marke versehen war, gegen 
den alten Grundsatz der Fabrik unter das Publicum gekommen. Dieses 
wurde in alter Weise mit den alten Mustern bemalt und so in den Anti 
quariats- und Kunsthandel gebracht. Da Material und Marke echt sind, 
so ist die Fälschung mitunter äusserst schwer zu entdecken, und man 
kann sie oft nur herausfinden, indem man die eingedrückte, gewöhnlich 
neue Jahreszahl mit dem Stil des Ornaments und der Malerei vergleicht. 
In Ermangelung weissen und bezeichneten Porzellans sucht man auch 
alte, minder gut decorirte Gegenstände, schleift die Malerei ab und malt 
neue in reicherer und geschätzterer Art darauf. Auch hat es ja keine 
Schwierigkeit, neue Gegenstände in alten Formen mit der blauen Marke 
und eingedrückter Jahreszahl für diese Porzellanmaler zu fabriciren, nur 
ist dann das Material kein echtes und das Kennerauge entdeckt leichter, 
was geschehen ist. Die Wiener Marke ist vogelfrei geworden, man 
braucht sie hier und anderswo; wer will, bedient sich ihrer. Freilich
	        
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