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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

Beilage 
zur 
Geschichte und Technik der k. Porzellanmanufactur. 
Auszug aus: 
Benjamin Scholz, Ueber Porzellan und Porzellanerden, vorzüglich 
in den österreichischen Staaten. 
In: Jahrbücher des k. k. polytechnischen Institutes in Wien. I. Bd. (2. Auü.) 1824. p. f. ff. 
3|ji ie Gebäude der Fabrik schliessen gegenwärtig in sieben Höfen einen Flächenraum 
V on 3762 Quadratklafter ein. Sie zählt gegenwärtig 42 liegende und zwei runde 
Starkbrennöfen, zwei grosse Verglühöfen und acht Emailöfen. Sie beschäftigt, ausser 
den Beamten, in ihren vier Abtheilungen bei 5oo Arbeitsindividuen. Diese vier Abthei 
lungen sind: die Fabrication, wozu das Schlemmen, Massamachen, Kapseldrehen, 
Glasuren, Holzzubereiten und das Brennen gehört, die Weissdreherei, die Bild 
nerei und die Malerei, welche in die Unterabtheilungen der Blaumaler, der 
Ornamentisten oder Dessinmaler, der Blumenmaler, dann der Historien- und Land 
schaftsmaler zerfällt. Dieses Arbeitspersonale verbraucht täglich i55o Pfund Porzellan 
masse, 19.000 Pfund Kapselmasse 
Die Producte bestehen grösstentheils in Tafel- und Kaffeegeschirren. Von ersteren 
hat die Fabrik schon in manchen Jahren 800 vollständige Service für 12—60 Personen 
verkauft, von denen der grösste Theil blau ordinär, vielleicht der vierte Theil leicht 
verziert, über 5o aber reich vergoldet und bemalt waren. Die Zahl der verkauften 
ordinären, blaugeränderten Teller hat jährlich über 5o.ooo Stück, ja einmal sogar über 
60.000 betragen, sowie die der blauen Schüsseln über 6000 Stück. Die Zahl der 
verkauften Frühstückservice ist verhältnissmässig noch grösser.
	        
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